Entscheidung: Der Chip im Leder
Category: sports » Soccer

Vergangenes Wochenende erzielte die TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern zwei Tore, das Ergebnis lautete trotzdem 1:1. Die Schiedsrichter hatten einen Treffer übersehen. Der Unternehmer Oliver Braun, 29, behauptet, mit der Technik seiner Firma Cairos würde das nicht wieder passieren.

DIE ZEIT: Ein nicht gegebenes Tor ist ein Drama. Jetzt diskutiert wieder ganz Deutschland darüber, wie das in Zukunft zu verhindern wäre.

OliverBraun: Früher oder später werden wir die Technik einsetzen, die wir längst haben. Spätestens wenn es ein zweites Wembley-Tor gibt, kommt unsere Stunde. Denn es geht hier um die wichtigste Frage überhaupt: War der Ball drin oder nicht?

ZEIT: Wie funktioniert Ihre Technik?

Braun: Im 16-Meter-Raum wird durch dünne Kabel, die unter der Grasnarbe liegen, ein schwaches Magnetfeld erzeugt, hinter der Torlinie ein zweites. Ein Chip im Ball erkennt, ob ein Tor gefallen ist. Das Signal wird dem Schiedsrichter auf eine Funkuhr gesendet. Er übersieht so kein Tor mehr. Die Torkamera, von der jetzt auch wieder die Rede ist, wäre übrigens ungenauer.

ZEIT: Und wenn die Chipbatterie leer ist?

Braun: Die hält 10 bis 15 Stunden. Pro Spiel haben wir 15 Bälle am Feld, und das System weiß, wie voll die Batterien sind. Zur Klub-WM 2007 in Japan haben wir drei Stadien ausgestattet – es hat perfekt geklappt. Für die Bundesliga müsste es nun das International Football Association Board (IFAB), welches alle Fußballregeln beschließt, erlauben. Vor zwei Jahren dachten wir, die älteren Herrschaften wären so weit. Dann haben sie sich für den Einsatz von Torschiedsrichtern entschieden.

ZEIT: Seit je diskutieren Menschen über Entscheidungen der Schiedsrichter. Ihre Technik würde all die schönen Debatten beenden.

Braun: Unsere Firma ist vor neun Jahren nach so einer Diskussion entstanden. Mein Vater hat eine Firma, die Beleuchtungssysteme baut; nach einem Spiel seiner Altherrenmannschaft und einem fragwürdigen Tor hat er seinen Entwickler gefragt, ob man da nicht was bauen kann. Wir wollen, dass kein Team wegen eines übersehenen Tores benachteiligt wird. Und über die Fouls von Mark van Bommel können Sie trotzdem noch nächtelang debattieren.


Quelle: DIE ZEIT

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