| "Machen Sie sich endlich bemerkbar!" - Offener Brief an Kinderschutzorganisationen | |
| Category: politics | |

In einem offenen Brief wenden sich Petra Forberger, Freie Journalistin sowie Norbert Denef, Autor, an verschiedene Kinderschutzorganisationen:
UNICEF Deutschland, Deutscher Kinderschutzbund e.V., Kinderschutz e.V., Dunkelziffer e.V., Zartbitter e.V., Wildwasser e.V.
Hintergrund sind die vermehrt in den Medien bekannt gewordenen Fälle von Kindesmissbrauch an kirchlichen und staatlichen Schulen und Institutionen.
Petra Forberger fordert von den genannten Organisationen Engagement und Öffentlichkeit. Sie schreibt:
"seit dem Bekanntwerden der ersten Vorfälle am Canisius-Kolleg in Berlin am 31. Januar 2010 KEINE EINZIGE Opferschutz- bzw. Kinderschutzgemeinschaft zum Thema sexualisierte Kindesmisshandlung öffentlich geäußert. Es gibt keinerlei Presseerklärungen Ihrerseits zum gesamten Komplex sexualisierte Kindesmisshandlung. Es gibt kein öffentliches Eintreten für die Opfer bzw. ehemaligen Opfer. Es gibt keinerlei Aktivitäten, die darauf schließen lassen, dass SIE überhaupt irgendetwas zu diesem Thema beizutragen hätten."
Weiter heißt es:
Machen Sie sich endlich bemerkbar!
Machen Sie sich endlich bemerkbar! Helfen Sie uns! Stehen Sie uns ( Anmerkung: gemeint ist die Webseite und das Forum von Norbert Denef, wo man sich um die Belange von sexuell mißhhandelten Menschen kümmert http://norbert.denef.com ) endlich wirklich bei!
Hier der offene Brief (im Auszug):
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit Wochen kommen beinahe täglich neue schreckliche Informationen über jahrelange sexualisierte Kindesmisshandlungen in Einrichtungen der Katholischen Kirche und mittlerweile auch an nichtkirchlichen Schulen ans Licht der Öffentlichkeit.
Beinahe täglich macht sich mindestens ein ehemaliges Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung auf, sich seiner furchtbaren Kindheit zu stellen und über die abscheulichen an ihm oder ihr begangenen Taten öffentlich Zeugnis abzulegen. Er oder sie ist bereit auszusprechen, was so viele Jahre einsam und allein getragen werden musste. Ja, was manche nicht tragen konnten und sich deshalb das Leben nahmen, so dass nun seine oder ihre Angehörige sprechen.
Beinahe täglich also überwindet mindestens ein ehemaliges Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung seine tiefe Scham und widersetzt sich vielleicht zum ersten Mal den tief eingepflanzten Drohung en des Täters, es zu töten, wenn es das Schweigegebot bricht. Das ehemalige Opfer setzt sich damit auch all den üblichen öffentlichen Abwehrreaktionen auf ihn/sie persönlich und auf sein/ihr Schicksal aus. Und riskiert damit, abermals beschämt und retraumatisiert zu werden.
All das nehmen ehemalige Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung derzeit auf sich, um endlich der Wahrheit an Licht zu verhelfen. Der Wahrheit nämlich, dass sexualisierte Kindesmisshandlung eine weit verbreitete und in allen gesellschaftlichen Schichten vorkommende Tatsache ist. Die Wahrheit, dass sexualisierte Kindesmisshandlung keine einmaligen „Ausrutscher“ irgendwelcher gestörter „Triebtäter“ ist, sondern systematisch vorbereitet und durchgeführt wird, und zwar regelmäßig, wiederholt und unter Missachtung jeglicher strafrechtlicher Konsequenzen seitens der Täter.
Der Wahrheit, dass derjenige, der Kindern sexualisierte Gewalt antut, aussieht wie ein ganz normaler Priester und Lehrer. Und nicht nur das: Er sieht in der Mehrheit auch aus wie ein ganz normaler Familienvater, Opa, Stiefvater, Onkel, Nachbar, etc. Der Wahrheit, dass sexualisierte Kindesmisshandlung vor allem eine Form des Umgangs von Männern mit Kindern ist (neun von zehn Tätern sind männlich). Der Wahrheit, dass wir es hier mit einem weit größeren gesellschaftlichen Problem zu tun haben, als viele jetzt sehen und wissen wollen.
SIE haben sich seit Jahren dem Schutz von Kindern, teilweise ganz speziell dem Schutz von Kindern vor sexualisierter Kindesmisshandlung verschrieben. SIE erfahren seit Jahren in ihrer täglichen Praxis vom TATSÄCHLICHEN AUSMASS dieser Form von Gewalt gegen Kinder. SIE sammeln seit Jahren Informationen und Daten zu den Hintergründen und zum Vorkommen von sexualisierter Kindesmisshandlung. SIE erhalten seit Jahren private und öffentliche Mittel, um sich für die Opfer von sexualisierter Kindesmisshandlung einzusetzen.
SIE haben sich selbst „fachpolitische Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit“ auf die Fahnen geschrieben. SIE können dabei auf eine Gemeinschaft im Rücken vertrauen.
Und dennoch hat sich seit dem Bekanntwerden der ersten Vorfälle am Canisius-Kolleg in Berlin am 31. Januar 2010 KEINE EINZIGE Opferschutz- bzw. Kinderschutzgemeinschaft zum Thema sexualisierte Kindesmisshandlung öffentlich geäußert. Es gibt keinerlei Presseerklärungen Ihrerseits zum gesamten Komplex sexualisierte Kindesmisshandlung. Es gibt kein öffentliches Eintreten für die Opfer bzw. ehemaligen Opfer. Es gibt keinerlei Aktivitäten, die darauf schließen lassen, dass SIE überhaupt irgendetwas zu diesem Thema beizutragen hätten.
lesen Sie hier weiter
http://norbert.denef.com/2010/03/09/machen-sie-sich-endlich-bemerkbar/
Weitere Artikel zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder können Sie bei Szene Deutschland nachlesen: http://tinyurl.com/yf6xnqm
Diese Webseiten informieren ausführlich über das Thema:
http://norbert.denef.com/
http://www.emak.org/
http://www.bringt-licht-ins-dunkel.de/
http://www.traumaaufruf.de/
http://www.alice-miller.com/
Sign in to post a comment. New to Nachrichten.net? Register here.







