Jakob Kranz, Tim Pritlove und hukl sprachen letzte Nacht im Chaosradio über iranische Mikroblogger versus staatliche Zensoren. Soziale Netzwerke gewinnen enorm an Wert, sobald die Journalisten derartig massiv bei ihrer Berichterstattung behindert werden. Kann die Revolution aber wirklich gebloggt werden?
Die Ereignisse im Iran erschüttern die Welt. Während wir alle rätseln was dort im Detail passiert, verweigert die Regierung jede Einmischung von außen und versucht auch im modernen Zeitalter jegliche Informationen im Land zu behalten, was bislang derbe daneben ging. Es wird deutlich, wie sehr die Menschen hier wie dort vernetzt sind. Nachdem alle ausländischen Journalisten entweder ausgewiesen oder in ihrer Bewegungsfreiheit auf null reduziert wurden, funktioniert der Nachrichtenstrom über Blogs, Videodienste, Fotoportale und Soziale Netzwerke.
Der Virus der Revolution überträgt sich über digitale Kanäle. YouTube, flickr und vor allem Twitter sind zu den Sprachrohren der modernen Iraner geworden. Sie haben dort für die modernen Stadtbewohner die Rolle des staatlichen Fernsehens übernommen. Das Regime versucht mit Verboten, Zensur und Informationskrieg dagegenzuhalten, da eine freie Meinungsäußerung natürlich ihr größter Feind ist. Viele deutsche Politiker machen sich momentan nach allen Regeln der Kunst lächerlich. Sie beklagen einerseits die eingeschränkte Meinungsfreiheit im Iran, im eigenen Land werden zeitgleich die ersten Zensurmaßnahmen für das hiesige Internet beschlossen. Beispiele anderer Länder haben längst gezeigt, dass deren Regierungen die Sperren nach einer gewissen Zeit ausgedehnt haben. Was mit reinen KiPo-Sperren begann, wurde schnell auf Filesharing-Portale, Informationen über Schwule, gewalttätige Computerspiele etc. ausgeweitet. Den Möglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Quelle
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