BIETIGHEIM-BISSINGEN
Kreisbewohner nicht so oft krank
Die Menschen im Landkreis Ludwigsburger sind weniger krank, als der Landesdurchschnitt. Der Krankenstand in Baden-Württemberg ist 2009 leicht gestiegen – auf 2,8 Prozent. Im Kreis blieb die Zahl dagegen 2008 und 2009 mit 2,7 Prozent konstant. Am häufigsten hatten die Menschen Husten und Schnupfen, so der DAK-Gesundheitsreport 2010.
Die gesetzliche Krankenversicherung DAK hat in Baden-Württemberg 730 000 Mitglieder, 28 000 davon im Kreis. Seit 1998 wertet die Versicherung die Krankenstände ihrer Mitglieder aus, seit drei Jahren auch für den Kreis Ludwigsburg, so Wolfgang Nitschke, seit April Leiter des DAK-Servicezentrums Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen.
Während sich die prozentualen Zahlen der Krankenstände im Durchschnitt für Bund (3,3 auf 3,4 Prozent) und Land (2,7 auf 2,8 Prozent) von 2008 auf 2009 leicht verschlechtert haben, bleibt die Zahl im Landkreis mit 2,7 Prozent konstant, freute sich Nitschke gestern bei einem Pressegespräch in Bietigheim-Bissingen. Sein Fazit: Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 27 krankgeschrieben, sieben weniger als bundesweit.
Der niedrigste Krankenstand in Baden-Württemberg wurde übrigens mit jeweils 2,4 Prozent in den Kreisen Tübingen und Heidelberg verzeichnet, während der höchste Krankenstand im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bei 3,2 Prozent lag.
Husten und Schnupfen: Wie aus dem Gesundheitsreport für den Kreis hervorgeht, nahmen im Vergleich von 2008 auf 2009 die Ausfalltage bei den Atemwegserkrankungen um 15 Prozent, landesweit um 16 Prozent, zu. Damit waren starke Erkältungen, Mandelentzündung oder Bronchitis erneut die häufigste Diagnose für Kurzzeiterkrankungen, so die DAK. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenleiden, Bandscheibenschaden und Knieprobleme gingen dagegen um 14 Prozent zurück, Verdauungsbeschwerden nahmen um 33 Prozent ab.
„Wer sich zum Beispiel richtig ernährt, entspannt und bewegt, macht einen wichtigen Schritt zu einem gesünderen Leben“, kommentierte DAK-Chef Wolfgang Nitschke.
Er schnitt gestern auch das Thema Langzeiterkrankungen an. Psychische Leiden seien hierfür oftmals Ursache. Im vergangenen Jahr nahmen deswegen die Fehltage landesweit um vier Prozent zu. Im Kreis Ludwigsburg hat die DAK mit einem Minus von drei Prozent hingegen eine umgekehrte Entwicklung verzeichnet. Eine Begründung hierfür hat Nitschke nicht. „Wir betreiben keine Ursachenforschung.“ Ein Grund könnte sein, dass die Menschen im Kreis besser schlafen. Denn: Schlafstörungen würden das Risiko eines psychischen Leidens wie einer Depressionen erhöhen. Nicht erholsamer Schlaf sei eines der häufigsten Begleitsymptome von Depressionen und Angststörungen.
Quelle: Ludwigsburger Zeitung, Fotolia
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