Testfahrer 1 Jahr lang mit dem Elektronauten unterwegs
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zurück28. Juli 2010 | Drucken | Versenden  
Matthias Mezger ist mit großer Begeisterung Testfahrer und nutzt das E-Bike zurzeit täglich.
Bild: Holm WolschendorfLUDWIGSBURG
Ein Jahr lang als Elektronaut unterwegs
Wenn Matthias Mezger durch Ludwigsburg fährt, fällt er auf: Er ist flott unterwegs, ohne zu strampeln, und doch ist kein Motor zu hören. Der 43-Jährige ist Elektronaut. So heißen die 500 Testfahrer, die im Rahmen der „Modellregion Elektromobilität Region Stuttgart“ ein Jahr elektrisch betriebene Zweiräder testen. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Projekt.

Elektronaut klingt ein bisschen nach Astronaut – Sehen Sie sich selbst als Pionier auf der Straße?
Matthias Mezger: Ja, ich fühle mich tatsächlich als Pionier, weil es eine ganz neue Art der Fortbewegung ist. Nichts knattert, rattert oder verschmutzt die Umwelt, man ist fast lautlos unterwegs.

Wie sind Sie zum Elektronauten geworden?
Ich bin ein neugieriger Mensch. Wir haben drei Kinder und meine tiefste Überzeugung ist, dass wir Rücksicht nehmen müssen – nicht nur auf uns. Wir tragen eine große Verantwortung für die nachkommenden Generationen. Das war für mich Motivation genug, dieses innovative Testfeld zu begleiten. So wie wir in den vergangenen Jahren gewirtschaftet haben, können wir in Zukunft nicht mehr weitermachen.

. . . also ein echter Überzeugungstäter?
Die Technik interessiert mich natürlich auch. Ich bin ein Mann, der alles auseinanderschraubt und erst mal schaut, wie es funktioniert. Was mich zudem grundsätzlich begeistert, ist das Fortbewegungsmittel auf zwei Rädern. Ich fahre mit Begeisterung Motorrad und Rennrad.

Wie nutzen Sie jetzt das E-Bike?
Das E-Bike benutze ich hauptsächlich, um Erledigungen in der Stadt zu machen. Dafür ist es prädestiniert und genial. Damit bin ich mindestens genauso schnell wie mit dem Auto – eher sogar schneller. In den Satteltaschen lassen sich Einkäufe verstauen, und wenn der Platz dort nicht ausreicht, nehme ich einen Rucksack mit.
Manchmal benutze ich das E-Bike auch, um nach Bönnigheim ins Büro zu kommen. Das ist eine einfache Fahrstrecke von 25 Kilometern, gar kein Problem für die Batterie.

Haben Sie die Batterie schon mal ausgereizt?
Ja, ich bin schon das Risiko eingegangen, unter Umständen, schiebend wieder heimzukommen. Am ersten Tag nach der Übergabe in Stuttgart bin ich gleich hier kreuz und quer durchs Gäu gefahren. Diese neue Erfahrung hat mir so viel Spaß gemacht. Die 60 Kilometer, wie vom Hersteller angegeben, sind ohne Probleme machbar.

Müssen Sie Ihre Fahrten auch dokumentieren?
Ähnlich wie beim Flugzeug die Black Box hat das E-Bike auch eine Art Fahrtenschreiber, der die Strecken und Ladezeiten aufzeichnet.

Haben Sie in der erst kurzen Testphase bereits Mängel bemerkt?
Problem technischer Art konnte ich noch nicht feststellen. Meiner Einschätzung nach ist das Fahrzeug schon recht ausgereift. Was vielleicht ein Problem ist – und da kann das E-Bike nichts dafür – das sind die anderen Verkehrsteilnehmer. Ich würde mir wünschen, dass die Autofahrer mehr Rücksicht auf uns nehmen.

Quelle Ludwigsburger Zeitung, Foto: Holm Wolschendorf

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