Sauerstofftherapien: Ein wissenschaftlicher Vergleich
Kategorie: health

Sauerstofftherapien: Ein wissenschaftlicher Vergleich

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Prof. Dr. med. Klaus Jung

Herkömmliche Sauerstofftherapien im Vergleich mit dem progressiven Wirkprinzip der Spirovitalisierung

Überleben ohne feste Nahrung: 40 Tage; ohne Flüssigkeit: 4 Tage; ohne Sauerstoff: 4 Minuten

Einführung:
Ohne Sauerstoff kein höheres Leben, so die kurzgefasste Erkenntnis der Wissenschaft, Hinweis auf die extrem hohe Bedeutung einer kontinuierlichen Zufuhr des „Lebenselixiers“ Sauerstoff für alle höheren Lebewesen.
Die ausreichende Anwesenheit von Sauerstoff ist die Voraussetzung für alle Stoffwechselvorgänge, verbunden mit der Erzeugung von Energie, einem hochkomplexen Vorgang, welcher erst spät in der Evolution aufgrund veränderter Umweltbedingungen (Sauerstoff-Revolution) entwickelt wurde.
Gemeint ist die Evolution der zellulären Atmung, welche die oxidative Kraft von Sauerstoff zu einer wesentlichen Effizienzsteigerung des Energiestoffwechsels (Photosynthese bei Pflanzen, zelluläre Atmung bei Tieren) einsetzt. Zum Aufbau von Protonengradienten werden dazu Elektronentransportketten benutzt, welche die ATP-Generierung aktivieren und aufrechterhalten.
Ohne Sauerstoff ist keine zelluläre Atmung und damit keine effektive Energiegewinnung zum Aufbau von ATP möglich. Sein ständiger, ausreichender Fluss von der Außenluft bis zu den Mitochondrien muss auf alle Fälle und unter allen Umständen gewährleistet sein.
Das bedeutet einen hohen Aufwand an entsprechenden Funktionen und Strukturen sowie deren Sicherung: Transport mit der Atemluft in die Lunge, Übergang in die Lungenkapillaren und in die Erythrozyten, Bindung in diesen an das Hämoglobin, Transport mit dem Blutfluss in die Peripherie möglichst nahe an alle Zellen des Organismus, Loslösung vom Hämoglobin, Diffusion durch die Erythrozyten- und Gefäßwand in die interzelluläre Matrix, Aufnahme in die einzelnen Zellen, Übergang in die Mitochondrien und dort geregelte Reaktion mit Wasserstoffionen zur kontrollierten Freisetzung von Energie.
Störungen sind auf diesem Weg vielfach möglich (Krankheiten, Stress, Alter, Verhalten, Umwelt) und dementsprechend häufig. Folge sind Sauerstoffmangelkrankheiten, worunter – je nach medizinischer Schule – mehr oder weniger viele (vor allem chronische) Krankheiten und Befindensstörungen subsumiert werden.
Entsprechend hat es im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht an Überlegungen gefehlt, wie der Sauerstoffstatus verbessert (erhöht) werden könnte. Die bisherige Aufmerksamkeit der klassischen etablierten Medizin wie auch eines Großteils der diesbezüglichen Forschung und Wissenschaft richtete sich vorwiegend auf die Entwicklung von Methoden und/oder Präparaten, welche das Sauerstoffangebot in der Einatemluft bis in die einzelnen Zellen erhöht. Bei Zugrundelegung der Tatsache, dass „nur“ ein Teil davon in Energie umgewandelt und ein beträchtlicher Teil wieder „ungenutzt“ ausgeatmet wird (der Wirkungsgrad somit gering ist), erstaunt es um so mehr, dass bisher eher selten der Frage nachgegangen wurde, wie der vorhandene Sauerstoff wirkungsvoller genutzt werden könnte.
Auch wenn die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zum Sauerstoffweg durch den Körper zunächst nur unzureichend bekannt waren, wurden richtige Ratschläge bezüglich einer adäquaten Lebensweise herausgearbeitet (Ernährung, körperliche Ertüchtigung, Harmonisierung).
Mit zunehmender Kenntnis der Zusammenhänge wurden die therapeutischen Angebote differenzierter. Sie konzentrierten sich auf ein höheres Angebot an Sauerstoff in der Einatemluft, eine Steigerung des Sauerstofftransports bis in die Zelle und eine Erhöhung seiner Utilisation daselbst.
Die gängigsten Verfahren sollen in diesem Beitrag bezüglich ihrer Wirkweise, Handhabung, mit den entsprechenden Indikationen und möglichen Nebenwirkungen sowie im Vergleich zur Spirovitalisierung wiedergegeben werden.

Hämatogene Oxidationstherapie (HOT)
Bei der HOT wird eine geringe Menge patienteneigenes, venöses Blut durch ein spezielles Gerät mit Sauerstoff und Ozon angereichert und dem Patienten wieder zugeführt. In der Regel erfolgt gleichzeitig eine Ultraviolettbestrahlung (UVB) des vorübergehend entnommenen Blutes, welche über ihre Quantenenergie zu Elektronenanregungen im Sinne einer photochemischen Anregung an absorbierenden Biomolekülen führt.
Die HOT/UVB ist keine eigentliche Sauerstoff- bzw. Ozontherapie, dazu sind die entnommenen und behandelten Mengen zu gering. Die Wirkung ist bisher nur teilweise bekannt, am ehesten ist sie als eine Stimulations- und Anregungstherapie zu bezeichnen, die bei chronisch krankem und belastetem Gewebe wichtige, biochemische Prozesse in Gang setzt. Nach Meinung der Befürworter kommt es zu einer Aktivierung des Sauerstoffs, welche die Oxidation von Lipiden verhindert, die biologische Oxidation fördert, die Zellatmung verbessert und sich günstig auf die Blutzusammensetzung, die Gerinnung, die Fließeigenschaften des Bluts, den Stoffwechsel, das Immunsystem und die allgemeine Leistungsfähigkeit auswirkt.
Nach Angaben der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für HOT gelten als wichtigste Indikationen für eine HOT/UVB-Therapie die periphere DBS, Hirn-DBS, Angina pectoris, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, Augenerkrankungen, Lebererkrankungen, Lungenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Stoffwechselkrankheiten, Alterskrankheiten, Krebsnachbehandlung und Diabetes.
Nebenwirkungen werden keine angegeben. Die Wirkungsweise gilt aus streng naturwissenschaftlicher Sicht als nicht plausibel, positive Auswirkungen auf das Krankheitsgeschehen können danach bis heute nicht eindeutig belegt werden.

Hyperbare Sauerstofftherapie
Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie (auch hyperbare Oxigenation HBO, oxygen under high pressure OHP oder hyperbaric oxygen pressure therapy HOPT) atmet der Patient für definierte Zeiträume und Intervalle reinen Sauerstoff bei erhöhtem Umgebungsdruck (meist in einer Überdruckkammer).
Physikalisch kommt der erhöhte Umgebungsdruck (dadurch auch vermehrt physikalisch gelöster Sauerstoff im Blut), physiologisch die Sauerstoff-Diffusionsstreckenverlängerung zum Tragen. Dies wirkt sich toxisch auf krankheitsverursachende Anaerobier und deren Toxinproduktion, auf eine Verbesserung der zellulären Abwehr, eine Neubildung bzw. Neueröffnung von bereits angelegten Kapillaren und damit auf eine Verbesserung der Mikrozirkulation sowie eine Ödemreduktion aus.
Die Gesellschaft für hyperbare Sauerstofftherapie selbst gibt zahlreiche Indikationen für deren Einsatz an, wobei einige allgemein als gesicherte Indikationen gelten (CO-Intoxikationen, Gas- und Luftembolien, Gasbrand, Dekompressionskrankheit und Neuroblastom), einige als wahrscheinlich (chronische Osteomyelitis des Unterkiefers, schlecht heilende Wunden wie Diabetes und venöse DBS, Nebenwirkungen bei Strahlentherapie und entzündliche Darmerkrankungen), andere sind unter Schulmedizinern eher umstritten.
Als mögliche Nebenwirkungen gelten: Schädigung der Lunge, Krampfanfall, Kurzsichtigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Barotrauma des Trommelfells, die sich allerdings bei sachgemäßer Anwendung sicher vermeiden lassen.

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