Kapitalanlage   -   Risiko und Risikosicherung
Kategorie: Economy

Kapitalanlage  -  Risiko und Risikosicherung

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Wer kein Geld hat, hat ein Problem. Doch wer welches hat, auch. Was machen damit ? In den Konsum investieren ? Oder für das Alter oder „schlechte Zeiten“ sparen ? Mit dem Sparen ist das aber nicht so einfach. Bei einer Inflationsrate von 2,6% (September 2011) oder auch 1,70% (Juni und Juli 2012) verliert der angelegte Betrag an Wert, wenn er sich nicht angemessen, jedenfalls in Höhe der Inflationsrate verzinst.  

Aber wo soll man anlegen ? Als Festgeld bekommt man bei einigen Instituten für eine gewisse (meist kurze) Laufzeit relativ hohe Zinsen   zugesprochen (teilweise bei einer Anlage über fünf Jahre über 3%). Aber will man sich so binden ? Bei Tagesgeldern sind die Laufzeiten für höhere Zinssätze (etwas über 2%) recht kurz und nach Ablauf der Zeit müsste das Institut gewechselt werden um bei einem anderen wiederum   in den Genuss eines höheren festen Zinssatzes zu kommen.

Also geht die Suche nach anderen Anlagemöglichkeiten los. Und derartige gibt es viele am Markt. Nicht nur könnte man in Aktien investieren, auch andere Anlagemöglichkeiten gibt es. Und teilweise werden hohe Renditen (von zehn oder mehr Prozent) angepriesen. Aber hier ist Vorsicht geboten.

Dass der Wertpapiermarkt nicht stabil ist, Aktienkurse auch drastisch fallen können, ist allgemein bekannt. Von daher wird gerne nach alternativen Anlagen gegriffen, bei denen gerade hohe Renditen angegeben werden. Aber hier fängt schon das erste Problem an: Rendite ist nicht Rendite. Die Berechnungsart ist auch entscheidend. Häufig werden diese Renditen nach dem internen Zinsfuß (IPR = Internal Rate of Return) berechnet. Soweit Wettbewerbshüter diesen als nicht geläufig bezeichnen, mag dies für das Verständnis für den Anleger gelten; er wird aber z.B. auch zwingend vorgeschrieben, wenn Banken bei Krediten den effektiven Jahreszins angeben müssen. Die Berechnung basiert auf der Annahme eines gleichen, konstanten Zinssatzes und setzt voraus, das der Anleger entsprechend auch im übrigen (bei freiwerdenden Beträgen) wieder entsprechend anlegen wird und kann. Letztlich sollte der potentielle Anleger die Berechnung der Rendite hinterfragen.

Noch wesentlicher ist allerdings die Frage nach der Absicherung des Kapitals. Häufig wird man bei Durchsicht teurer Hochglanzprospekte feststellen können, dass es dazu an einer Aussage fehlt oder eine Sicherung benannt wird, die es in Wirklichkeit nicht ist. So kommt es vor, dass dem Investor die Eintragung in einem Register mit gar notarieller Bestätigung zugesagt wird, aber nicht erwähnt wird, dass es sich bei dem Register nicht um ein öffentliches Register ähnlich einem Grundbuch handelt, sondern lediglich um ein Unternehmenseigenes Register, welches eine Sicherung des Kapitals nicht bewirken kann. So wird im Bereich der Anlage in Holz teilweise von Holzeinschlagregistern gesprochen, die allerdings nur unternehmensinterne Aufzeichnungen ohne jeglichen Sicherungscharakter darstellen. Auch hier ist der Anleger gut beraten, sich zuvor genau zu erkundigen. Gegebenenfalls sollte er sich dabei auch der Hilfe von Anwälten und Steuerberatern bedienen.

Es gibt genügend „Schwarze Schafe“ auf dem Markt. Der Anleger hat das Risiko, gegebenenfalls nicht nur keine Rendite zu erzielen, sondern sein Kapital zu verlieren. Der Anleger sollte also nicht (lediglich) auf eine möglichst hohe Rendite achten, sondern auch auf die Sicherheit seiner Anlage. Dabei geht es nicht darum, ein übliches wirtschaftliches Risiko auszuschließen, welches sich allgemein ergibt, sondern einem möglichen Kapitalverlust aufgrund unseriöser Geschäftspraktiken von Anbietern auszuschließen.

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