Bild   - (Zeitung)
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Bild (in der Schreibweise des Verlags BILD, heute umgangssprachlich und früher auch offiziell (die) Bild-Zeitung) ist eine deutsche Boulevardzeitung.

Das seit dem 24. Juni 1952 im Axel-Springer-Verlag erscheinende Boulevardblatt ist die auflagenstärkste und am meisten zitierte Tageszeitung Deutschlands und die Zeitung mit der größten Auflage Europas.Die Form ihrer Berichterstattung ist Gegenstand zahlreicher öffentlicher Diskussionen und Kritik.

Auflage und Reichweite

Die Zeitung erscheint montags bis samstags in einer Bundesausgabe und in 33 verschiedenen Regionalausgaben, unterschiedlich in Umfang und Inhalt. Sonntags erscheint das Schwesterblatt Bild am Sonntag. Innerhalb Deutschlands kostet eine Ausgabe 50 bzw. 60 Cent. Im September 2007 betrug die verkaufte Auflage täglich 3.547.644 Exemplare.„Bild“ wird an über 100.000 Verkaufsständen in 44 Ländern verkauft. „Bild“ ist eine Kaufzeitung und kann nicht abonniert werden. Sie wird auch heute noch wie die ersten Vertreter der Gattung Boulevardzeitung auf der Straße (Boulevard) angeboten. Die früher üblichen mobilen Zeitungsverkäufer wurden durch Automaten ergänzt und teilweise ersetzt.

Leser [Bearbeiten]
Auflagenentwicklung der „Bild“ und „Bild am Sonntag“ 1998–2007
Leserstruktur nach Schulausbildung
Leserstruktur nach Geschlecht

„Bild“ erreicht etwa 17,7 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren, das sind etwa 11,49 Millionen Menschen. Davon sind etwa 4,40 Millionen Frauen und 7,09 Millionen Männer. Somit sind 62 Prozent der Leser Männer, 45 Prozent der Leser haben einen Hauptschulabschluss mit Lehre, 32 Prozent die mittlere Reife und 4 Prozent die Hochschulreife. 7 Prozent der Leser sind Selbständige, 34 Prozent sind Angestellte oder Beamte und 37 Prozent sind Facharbeiter. Die Zielgruppe ist demnach – auch nach den Leitlinien vom Gründer Axel Springer – nicht die Schicht der Führungskräfte oder der Gebildeten und Intellektuellen, sondern die Schicht der Arbeits- und Konsumbevölkerung. Dadurch prägte sich jedoch auch das Klischee eines „Bild“-Lesers. Laut Springer-Verlag dauert es durchschnittlich 38 Minuten, eine „Bild“-Ausgabe zu lesen.

Format und Layout

„Bild“ verwendet seit Beginn das nordische Format (570 × 400 mm). Die Schlagzeile steht dabei stets über dem Bruch. Das Layout von „Bild“ wird bestimmt durch die hart gegeneinander geschnittenen Farben schwarz, weiß und rot. Die „Bild“-Zeitung wird mit den DTP-Programmen QuarkXPress sowie InDesign erstellt (Stand 2008). Die Grundschriften sind Neuzeit Grotesk für den Fließtext und Helvetica Inserat, Block und Escrow als Schriften für die Überschriften. Bei Kampagnen zu bestimmten Ereignissen, wie beispielsweise dem Mauerbau, den Fußballweltmeisterschaften, nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 oder nach dem Mauerfall wurde das „Bild“-Logo für kurze Zeit umgestaltet.

Das Blatt wird in Ahrensburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Essen-Kettwig, Neu-Isenburg, Esslingen am Neckar, München und Syke gedruckt. In Madrid, Palma de Mallorca, Las Palmas, Mailand, Athen und Antalya werden spezielle Auslandsexemplare gedruckt.

Sportteil [Bearbeiten]

Ein Schwerpunkt innerhalb der „Bild“-Zeitung ist der Sportteil, der im Vergleich zu anderen deutschen Tageszeitungen überdurchschnittlich umfangreich ist. So sind etwa ein Viertel der etwa 1.000 festangestellten „Bild“-Redakteure Sportreporter. Zu jeder Lokalredaktion gibt es auch eine davon unabhängige lokale Sportredaktion, die über Sportereignisse aus den Regionen berichtet. Über 50 Prozent der Leser geben an, die Zeitung auch oder nur wegen des Sportteils zu kaufen. Überregional wird über die Fußball-Bundesliga berichtet.

Inhalt

„Bild“ selbst bezeichnet ihre Journalismusmethoden als Neuen Journalismus. In dieser Form der Berichterstattung schreiben die Autoren höchst subjektiv und setzen stark auf literarische Stilmittel. Das Boulevardblatt druckt vor allem Artikel, die grammatikalisch und inhaltlich extrem verkürzt sind. Wenn nicht menschliche Belange an sich das Thema sind, werden abstrakte Ereignisse personifiziert und stark zugespitzt.

Durch sprachliche Stilmittel versucht „Bild“, bei den Lesern Emotionen zu erzeugen, um sie immer wieder zum Kauf der Zeitung anzuregen. Das geschieht unter anderem durch direkte Ansprache des Lesers, zum Beispiel durch das gemeinschaftsbildende „wir“. So verkündete „Bild“ die Wahl des aus Deutschland stammenden katholischen Kirchenoberhaupts Benedikt XVI. auf der Titelseite mit der euphorischen Überschrift „Wir sind Papst!“

Innerhalb der Polizei- und Gerichtsberichterstattung werden die Leser durch das Erzeugen von Furcht und Entsetzen unmittelbar angesprochen. Besonders bei Berichten über schwere Verbrechen werden Worte wie „Bestie“ und „abscheulich“ benutzt. In den dazugehörigen Prozessen findet durch solche Begriffe auch eine Vorverurteilung des Angeklagten durch die „Bild“-Zeitung statt, ohne dass die Schuld des Täters erwiesen ist.

Wegen des Rechts am eigenen Bild werden häufig einzelne Beteiligte auf Bildern durch Balken unkenntlich gemacht, andere Fotos mit den gleichen, erkennbaren Personen werden aber dennoch gedruckt.

„Bild“ arbeitet bevorzugt mit Schlagwörtern und Metaphern. Schlagwörter kommen unter anderem durch Komposition mit Bindestrich zustande, oft auch unter Verzicht auf Adjektive wie bei „Schamlos-Prinz“ statt „schamloser Prinz“. Dabei werden auch ungewöhnliche Kombinationen gebildet wie „Sonnenbrand-Hitze“, „Kostenlos-Parkplätze“, „Maulkorb-Urteil“ oder „Brutalo-Schläger“. Andere Schlagwörter sind Neologismen wie „Blitzeis“ oder „Ramba-Zamba“. Einige davon sind in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Oft kommen Ausrufe, Imperative, besonders hohe oder niedrige Zahlen zur Anwendung. Schlagzeilen werden durch Ellipsen so weit reduziert, dass sie aus möglichst wenigen Wörtern bestehen. Auf abgeleitete und flektierte Formen wird zugunsten von Schlagworteffekten verzichtet, wie bei „Krabbe doch Doping?“ statt „Krabbe doch gedopt?“.

Durch den Gebrauch von Superlativen wird versucht, eine Meldung interessanter zu gestalten. Beispiele sind „Hamburgs dümmster…“, „Berlins faulster…“, „Deutschlands verlogenster…“. Oft werden Personen mit einer Aktion oder einem Subjekt textlich verbunden wie „Messeropa“, „Axtmann“ oder „Vergewaltigungsmädchen“, wobei dieser Stil häufig bei Artikeln auftaucht, die eine Fortsetzung darstellen.

Die Redaktion arbeitet außerdem häufig mit dem Mittel der Verballhornung von Namen bekannter Persönlichkeiten. So wurde die britische Sängerin Amy Winehouse in unterschiedlichen Zusammenhängen schon als „Amy Weinhouse“ und „Amy Müllhouse“ bezeichnet. In anderen Fällen vergibt „Bild“ Spitznamen an Prominente (z. B. „Dr. Tod“ für den umstrittenen Hamburger Ex-Senator Roger Kusch sowie den Anatom Gunther von Hagens).

Schlagzeilen werden mit Emotionen verbunden, um beim Leser ein bestimmtes Gefühl hervorzurufen wie „Benzin-/Strom-/Preis-/Grand-Prix-Wut“, es wird in Großbuchstaben ein Gefühl von Entsetzen erzeugt wie bei „KREBS-ANGST wegen Handystrahlung“ oder Fragen gestellt wie „Muss unsere arme Erde sterben?“ oder „Sterben die Deutschen?“. Auch wenn andere Zeitungen über ein Ereignis schon objektiv und klar berichtet haben, werden reißerische Schlagzeilen wie „Komet rast auf die Erde zu!“ geschrieben, was im Artikel dann wieder relativiert wird.

BILD digital GmbH & Co. KG
Axel-Springer-Straße 65
10888 Berlin
- nachfolgend BILD digital -

Tel. (030) 25 91-0
E-Mail: [email protected]

Quelle

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