Oper Dortmund: Mozarts „Le Nozze di Figaro“ umjubelt
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Oper Dortmund: Mozarts „Le Nozze di Figaro“ umjubelt

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(döm) Wer kennt ihn nicht? Den Opern“schlager“ Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart. 1786 in Wien uraufgeführt (Libretto von Lorenzo Da Ponte nach Beaumarchais) brachte ihn jetzt Marianne Clément in Dortmund auf die Bühne. Sehr brav, sehr klassisch, mit wenig zündenden Regieeinfällen – leider – dennoch gekonnt. Besonders erwähnenswert sei der Beginn des ersten Aktes, in dem das Schloss des Grafen Almaviva (in Würde gealtert: Gerardo Garciacano) und seiner Gattin (eindringlich: Eleonore Maguerre) angedeutet die Bühne bevölkert. Stand hier der Film „Dogville“ Pate? Nicht zu Unrecht gilt Mozarts Figaro als eines der bekanntesten Werke der Opernliteratur. Als für die damalige Zeit revolutionär zudem. Behandelt sie doch wie so oft später das Aufbegehren der „einfachen Leute“ gegen die Obrigkeit. Und das auf in Text und Musik humorvolle Weise. In Dortmund konnte es passieren, dass das Publikum laut losprustete, wenn etwa in den deutschen Obertiteln der italienischen Opera buffo stand: „Nö, ich will nicht“, oder von „alten Schabracken“ die Rede war. Lustige Einfälle – keine Frage! Die Dortmunder Philharmoniker unter dem scheidenden GMD Jac van Steen spielten zu den wundervollen, nur mit einigen Premierenhängern vorgetragenen Balcanto-Arien, wie man es von ihnen gewohnt ist – souverän! Van Steen behielt stets den Überblick. Leicht, locker, wirbelnd, fließend – Mozart eben.

Eingespieltes Ensemble

Julia Hansens Bühne ist minimalistisch geprägt. Was wirklich Eindruck macht, das ist die Beleuchtung (Ralph Jürgens). In sanftem Licht werden die Tageszeiten angedeutet. Grell erscheint es mittags, baby-blau zur Dämmerung. Ein Tag im Leben! Grundmotive: Liebe, Eifersucht und Intrigen bei Hof. Figaro (Morgan Moody) will seine Susanna (voll: Anke Briegel) endlich trauen. Doch der po- und patente Graf hat eigene Absichten mit Figaros Angebeteter. Dann ist da der jugendliche Page Cherubino, verkörpert von der ausdrucksstarken Ileana Mateescu in einer Hosenrolle. Cherubino ist der Inbegriff der schwärmerischen Sturm-und-Drang-Zeit. Im Endeffekt aber will jeder der handelnden männlichen Personen nur das Eine – der Nächstbesten unter den Rock. Tja, liebe Emanzen, das ausgende 18. Jahrhundert hatte noch keinen Platz für Flower Power! Was das zahlreich erschienene Dortmunder Publikum angeht, das unpassenderweise bei jeder halbwegs gelungenen Arie wie bei der Schlagerparade in Jubelstürme ausbrach, das Publikum zeigte sich auch zum Ende restlos begeistert. Stehender Applaus für eine im Ganzen überaus gelungene Ensembleleistung und das Drumherum. „Und es kommt der Gott der Esse / Zeus' erfindungsreicher Sohn / Bildner künstlicher Gefäße / Hochgelehrt in Erz und Ton ...“ Ja ja, schon Schiller wusste, wie es manchmal auf der Bühne zugeht.

http://www.theaterdo.de

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