A 20: Nagelneu und schon kaputt
Kategorie: Wirtschaft » Konjunktur

A 20: Nagelneu und schon kaputt

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Lübeck/Geschendorf – Das A-20-Teilstück Lübeck–Geschendorf kann nicht wie geplant am kommenden Montag für den Verkehr freigegeben werden. Auf beinahe der gesamten Länge von 16 Kilometern wirft die Fahrbahn Blasen – in beiden Fahrtrichtungen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der zur Eröffnung nach Lübeck kommen wollte, musste kurzfristig wieder ausgeladen werden.

Bis kommenden Freitag soll ein Gutachten klären, was geschieht. Das Kieler Verkehrsministerium rechnet mit einer Verschiebung der Freigabe um zwei bis vier Wochen. Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, spricht von „unzähligen Blasen“ mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Zentimetern, teilweise sogar größer, die bei warmer Witterung einen Hügel von bis zu sechs Zentimetern Höhe werfen – gefährlich für den Verkehr. Die Blasen entstehen durch einen Wassereinschluss unter dem Asphalt.

Bei hohen Temperaturen versucht das Wasser zu verdampfen, die Fahrbahn wirft eine Welle. Die für die nächsten Tage angesagte Hitze dürfte das Problem verschärfen. Eine Methode zur Behebung: Jede einzelne Blase wird aufwendig aufgebohrt, anschließend wird die Fahrbahn mittels Dampfwalze geglättet. „Die bauausführende Firma hat für den Schaden zu haften“, stellt Sommerburg klar.

Auch im Kieler Verkehrsministerium ist man über die Schlamperei sauer: „Wir haben eine fehlerfreie Autobahn bestellt“, sagt Sprecher Harald Haase. „Ob der Bundesverkehrsminister zu einem neuerlichen Eröffnungstermin jetzt noch nach Lübeck kommt, wissen wir nicht“, hieß es gestern in Kiel. An Zeitdruck kann die mangelhafte Ausführung nicht liegen. Laut Vertragsabschluss sollte der inklusive Grunderwerb 102 Millionen Euro teure Autobahnabschnitt bereits vor einem halben Jahr fertiggestellt sein. Eine Konkurrenten-Klage verzögerte die Ausführung. Ein Mitbewerber war bis vor das Oberlandesgericht Schleswig gezogen, unterlag aber.

Das gleiche Problem gibt es auf der A20 unmittelbar hinter der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Bei Sonnenschein bilden sich auf der Fahrbahn in Höhe Schönberg seit Jahren gefährliche Beulen, zuletzt erst im April. Die Behörden wissen sich nicht anders zu helfen, als aus Sicherheitsgründen ein Tempolimit von 100 km/h zu verhängen. Die Baufirma war eine andere als jetzt in Lübeck. Behördenleiter Sommerburg schließt nicht aus, dass eine Blasenbildung auf dem A-20-Abschnitt Lübeck–Geschendorf auch in den Folgejahren immer wieder auftreten kann. „Am besten wäre jetzt ein ganz heißer Sommer, damit wir schnell mit der Sanierung durch sind“, sagt er lakonisch.



Quelle: ln-online.de

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