U2-Tournee: Hallo Weltraum, hier Bono!
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U2-Tournee: Hallo Weltraum, hier Bono!

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Die Erdlinge in Barcelona erlebten einen glanzvollen Tournee-Auftakt von U2. Mit der „360-Grad“-Show meisterten die vier Iren in ihrer „Raumstation“ sogar eine Zeitwanderung – inklusive Telefonat mit Astronauten.Erstaufführungen können so heimtückisch sein. Da probt eine Band, diesfalls die irische Kultband U2, schon seit zwei Wochen Tag und Nacht in Barcelona, sie raubt den Anrainern des Nou-Camp-Stadions mit Mitternachtseinlagen den Schlaf. Und dann klappt bei der ersten Show am Dienstag noch immer nicht alles perfekt.

Bono Vox wird vom Tontechniker schwer geplagt, man hört ihn mitunter im zweieinhalbstündigen Gig gar nicht. Dann vergisst er Textpassagen („Walk On“) oder verpasst bei von ihm seit Jahrzehnten aufgeführten Songs („With or Without You“) den Einsatz, weil er das herunterschwebende Mikrofon wie ein trotziges Kind wegstößt.

Den 90.000 Besuchern des Auftaktes zur 360-Grad-Tour ist das egal, den meisten fällt es vermutlich nicht einmal auf. Entweder man liebt seine Band und verzeiht jeden Stilbruch oder sucht schnurstracks das Weite, wenn ihre bekannten Refrains aufheulen.


Ein Lied für Jackson: „Angel of Harlem“

Verlangen neue Lieder wie „Breathe“, „No Line on the Horizon“ oder „Get on Your Boots“ in den eigenen Wänden selbst von hartgesottenen U2-Fans noch Fantasie, ist jeder Argwohn dem neuen Album gegenüber beim Konzert im Nu verflogen. U2 bietet an diesem Abend wirklich guten Rock – oder doch nur Pop? Bono sucht gewohnt die Nähe, er spielt mit seinen Verehrern, schwenkt ihre Fahnen und sagt, wonach sie verlangen: „Ole, muchas gracias Barcelona!“ Und: Spanish Emotions! I want to feel Spanish emotions!“

Den Leuten gefällt es, sie lassen die Welle durchs weltberühmte Fußballstadion gleiten. Unaufhaltsam, illuminiert, glücklich singen sie mit. Ziemlich laut wird es, als U2 des verstorbenen Michael Jackson gedenken und ihm „Angel of Harlem“ widmen. Harlem, Jackson – warum? Bono sagt nur so viel: „Ich kannte ihn seit vielen Jahren.“ Mehr Worte findet der eloquente Menschenfreund für den King of Pop nicht. Als er Jacksons Klassiker „Man in the Mirror“ einstreut, strahlt die von 120 Trucks transportierte Rekordbühne hell in den Himmel über Barcelona.

Seit der „Zoo-TV“-Tour ziehen die Iren die Massen nicht nur mit ihrer Musik an, sondern stoßen auch stets mit extravaganten Bühnendesigns in neue Dimensionen vor. Um die wahre Größe der 360-Grad-Tour hervorzuheben, darf es diesmal gleich eine Raumstation sein. Passend dazu gönnte sich Bono Vox den Gag, während der Show bei den ISS-Kollegen im Weltall anzurufen. Bei der UNO war er in der Vergangenheit ja stets beim Anrufbeantworter gelandet, und was passiert jetzt? „Hello? Greetings to space – wie geht es euch?“ Von der rundum einsehbaren Videowall lacht und spricht plötzlich die echte Weltraumbesatzung. Es wirkt echt, hautnah – und wären nicht zufällig ein Unicef-Shirt und Promotion für die One-Kampagne ins Spiel gekommen, man hätte Bono das Interesse am Weltall fast glauben wollen.


Endlich wieder „Unforgettable Fire“

Nächstenliebe kennt schließlich keine Grenzen. Oder doch? Auch die politisch motivierte Bitte, mit vorgefertigten Masken an die in Myanmar gegeißelte Aung San Suu Kyi zu denken, wird an diesem Abend nicht vollends erfüllt. Hunderte Masken segelten von den Rängen, wohl aus Protest.

Kaum ertönen aber Klassiker wie „Unforgettable Fire“ (erstmals seit 20 Jahren wieder auf der Setlist), „Sunday, Bloody Sunday“ oder „Where the Streets Have No Name“, ist das Estadio Nou Camp wieder erdig irisch. „Unknown Caller“, „Ultraviolet“ oder „Moment of Surrender“ krönen den Auftakt einer Zeitreise, die frühestens im Sommer 2010 auch nach Wien führen könnte. Bis dahin heißt es für Österreichs Fans, entweder nach Italien, Deutschland oder Kroatien zu fahren oder zu hoffen, dass eine günstige Sternenkonstellation dafür sorgt, dass die Raumstation U2 schon früher aus dem Happel-Stadion ragt. Sofern sie überhaupt hineinpasst.






Quelle:die presse.com

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