"Nun gehen Sie raus zum Üben" - Rezension zu: "BIG SHOTS! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen
Kategorie: Gesellschaft » Kultur

 "Nun gehen Sie raus zum Üben" - Rezension zu: "BIG SHOTS! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen"

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Foto-Enthusiasten werden bei diesen Namen mit der Zunge schnalzen: Henri Cartier-Bresson, Dorothea Lange, Robert Capa. Allesamt WeltKLASSE-Fotografen. Neben diesen drei Genannten versammeln sich in dem vor Kurzem von Henry Carroll veröffentlichten Buch "BIG SHOTS! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen" gleich 50 Werke von Top-Fotografen.

Doch wie arbeiten diese? Wie kann man solche Bild-Werke erschaffen? Welche Techniken wenden sie an, was lesen ihre Augen und wie setzen sie ihr Kompositionen zusammen?

Über diese und weitere Fragen geht es in dem Buch "BIG SHOTS! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen" von Henry Carroll. Der Autor und Fotograf Carroll erzählt anhand weltbekannter Fotografien, wie diese erstellt worden, was sie erzählen und was diese Forografien so einzig- und großartig macht. Carrolls Sprache ist dabei schnörkellos, leicht verständlich und er bringt die Fakten und die Motivation seiner Leser bemerkenswert knapp auf dem Punkt: "Nun gehen Sie raus zum Üben".

Doch seid nicht überrascht: In dem Buch geht es weniger um Kameratechnik, es werden keine Namen genannt. Themen wie Blende, Verschlußzeit, ISO oder die richtige Wahl der Brennweiten und Objektive werden nur knapp beschrieben. Und das müssen sie auch nicht.

Bei "BIG SHOTS! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen" geht es im Wesentlichen um dieses: Wie schule ich mein Auge? Wie setze ich meinen Bildaufbau zusammen? Was will ich erzählen? Wie formuliere ich Fragen? Wie suche und finde ich das passende Licht und wie gehe ich damit um? Beispiel:

Unter "Verführerische Silhouletten" schreibt er: "Um Motive im Gegenlich als Silhouetten erscheinen zu lassen, drehen Sie die `Belichtungskorrektur`nach `-`

". ... Aber ich will Ihnen nichts weismachen. Probieren Sie es selbst aus".

Mehr braucht Mensch nicht!

Man könnte ja denken alle Weltklasse-Fotografen arbeiten mit den gleichen Techniken (im Buch: "Führungslinien suchen", "Das Format der Dinge", Ebenen, nah ran, Drittelregel). Dem ist aber NICHT so. "Werfen Sie alle Regeln über Bord", sagt Carroll und fügt gleich dazu ein großartiges Foto hinzu von Bill Brandt": Francis Bacon, Primrose Hill". Er schreibt: "Gute Fotos halten sich nicht an die Regeln - die großártigen Fotos häufig brechen".

Doch Vorsicht: Henry Carrolls "BIG SHOTS! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen" ist kein Buch zum Nachschlagen oder Schritt-für-Schritt-Anleitung z.B. "wie war das noch mit der ISO?". Nein, er beschäftigt sich in dem Buch mit Fragen, die einem Fotografen wie auch die der Technik, stets durch den Kopf gehen sollten; Beispiele:

- Muss mein Bild immer "nett sein"? (Antwort: Nein!).
- Muss ein Bilder immer "perfekt" sein? (Antwort: Nein!).
- Teffen Fotografen immer beim ersten Mal die korrekte Komposition? (Antwort: Nein!).


Das Erfrischende und Schöne an dem Buch ist, Carroll belegt seine Thesen stes mit Bildern, die die Welt bewegten, wie z.B. das weltberühmte Kriegsfoto von Robert Capa: "Landung der amerikanischen Truppen am Omaha Beach, Normandie, Fraunkreich (6. Juni 1944).

Fazit: Carrolls Fotografen-Philosophie, die jeder Fotograf, der was aus sich machen will, beherzigen sollte, lautet so: "Sehen Sie mit den Augen, nicht mit der Kamera" (Seite 109) - und das Schönste am Ende: "Denk´nicht zu sehr über die Dinge nach. Fotografiere das, was du fühlst." (Inzajeno Latif; Seite 122).

Mein Fazit: Kaufen Sie dieses Buch - und dann raus zum Üben!

Auch lesen:   Rezension zu "Fotojournalismus" von Julian J. Rossig
http://www.schewski-media.de/rezension-zu-fotojournalismus-von-julian-j-rossig/

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