Muss die Schalke-Hymne umgeschrieben werden?
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Muss die Schalke-Hymne umgeschrieben werden?

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Der irre Streit um die Schalke-Hymne – der Verein schweigt, nur die Fans sagen, was Sache ist...

46 Jahre sangen ALLE Blauweißen das Lied, das 1924 entstand und 1963 umgetextet wurde. Und auf einmal steckt so viel Wut-Potenzial in dem Fußball-Hit. Plötzlich protestieren strenggläubige Muslime gegen den Schalke-Song mit der Mohammed-Zeile.
Gelsenkirchen – Es geht um eine Strophe im Schalke-Song, die die Gemüter erhitzt.

Seit 1963 wird der Text vor jedem Schalke-Spiel gesungen. Doch jetzt rollt eine riesige Protest-Welle auf die Königsblauen zu.

„Mohammed war ein Prophet / Der von Fußball nichts versteht / Doch aus all der schönen Farbenpracht / Hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht“, heißt es in der Schalke-Hymne.

Wird hier etwa der Prophet Mohammed verhöhnt?
Davon sind zumindest gläubige Muslime überzeugt, haben hunderte Protest-Botschaften an die Schalke-Führung geschickt.

–   „Inzwischen haben sich Muslime in Deutschland ja an so manche Beleidigung und selbst Hetze [...]gewöhnt. Dass aber auch ein Bundesligaverein, der viele muslimische Fans haben dürfte, in diese Beleidigungsorgie einsteigen muss, ist traurig – aber nicht neu!“, schreibt Yavuz Özoguz im Internet.

–   Ein Fan von Halil Altintop bittet den Schalke-Mittelfeldspieler um Unterstützung: „Wir schreiben wegen des Vereinsliedes des FC Schalke, in dem der Prophet Mohammed lächerlich dargestellt wird, wenden uns an dich, um deinen Protest dem Vorstand zu bekunden.“

Schalke-Führung und Spieler wollte sich gestern nicht zu den Protesten äußern.

BILD erfuhr aus Ermittlerkreisen, dass bei den Schalke-Bossen die Nerven blank liegen: „Die nehmen die Bedrohung sehr ernst, haben eine Riesen-Angst, weil hunderte Mails eingegangen sind. Die Protestwelle hat sich verselbstständigt.“

Eine diffuse Bedrohungslage ist für die Schalker nichts neues. Der Ermittler: „Bei den Königsblauen findet das ständig statt. Das haben wir vor jedem Derby gegen den BVB. Aber auf dem Hintergrund der Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen nimmt man das alles sehr ernst.“


Muss die Hymne umgeschrieben werden?
Schalke-Pfarrer Norbert Filthaus (60): „Diese Zeile ist nicht böse gemeint. Der Islam ist eine Religion mit schönen Farben, deswegen sind wir Mohammed doch im übertragenen Sinne dankbar für Blau-Weiß.“

Wissenschaftler Yunus Ulusoy (Türkeistudien Essen): „Das mit den Farben stimmt nicht ganz, die Farbe des Islam ist Grün. Aber in muslimischen Fresken wird häufig die Kombination Blau und Weiß verwendet. Zu Mohammeds Zeit gab es aber noch keinen Fußball. Deshalb konnte er davon auch keine Ahnung haben.“

Gelassen sieht’s Schalkes Ex-Manager Rudi Assauer (65): „Ich verstehe nicht, warum das Thema jetzt hochkocht. Die Strophe existiert seit ewigen Zeiten. Beide Seiten sollten sich an den Tisch setzen, sind doch vernünftige Leute.“

Erdine Toprak (25, Gelsenkirchen): „Wir machen ja auch keine Lieder über Jesus. Das ist total respektlos.“

Nun, Schalker Fans haben schon Ende der 60er Jahre gescherzt, damals warben die „Zeugen Jehovas“ für ihre Zeltmission mit dem Spruch: „An Jesus kommt keiner vorbei.“ Schalke-Anhänger kritzelten darunter: „Außer Stan Libuda!“

Schalkes U19-Spieler Volkan Yigit (19): „Ich bin hier aufgewachsen. Der Text stört mich gar nicht, das ist doch nur ein Fußball-Lied!“

Aus Staatsschutz-Kreisen heißt es: „Bislang sind unter den Protest-Mails nur wenige Drohungen. Trotzdem nehmen wir diese Situation ernst!“

Das sagen die Fans
Alil Cengiz (27) aus Gelsenkirchen: „Mohammed ist für uns das Heiligste, über ihn darf man keine Scherze machen. Es würde mich nicht wundern, wenn irgendwann eine Bombe in die Arena fliegt...!“

Josef Krahe (58) aus Gelsenkirchen: „Ich höre heute zum ersten Mal, dass das ein Problem ist. Wir haben total viele muslimische Fans, die stört das auch nicht. Das ist nicht diskriminierend.“

Locker sieht das Türke und Schalke U19-Spieler Volkan Yigit (19): „Ich bin mit Schalke groß geworden. Was soll mich denn an so einem Text stören? Das Fußball Lied hat nichts mit Provokation zu tun!“

Manfred Altmüller (45) aus Buer: „Man kann alles fehlinterpretieren. Wir sind zwar ein total beklopptes Fußballvolk, aber keine Rassisten. Vielleicht wäre es besser, nur Mohammed zu nehmen, als Vorname.“


Quelle: Bild.de

Kommentare

1 von 1 Kommentaren

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9 years ago
von Melli25

unbedingt verbieten!! Aber dann sofort den ganzen Verein samt Turnhalle.. :-P

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