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Moderator soll für TV-Quote Morde befohlen haben
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Moderator soll für TV-Quote Morde befohlen haben

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Schwere Vorwürfe gegen einen berühmten TV-Moderatoren: Wallace Souza aus Brasilien. Mindestens fünf Morde soll er in Auftrag gegeben haben. Immer mit dabei: sein Kamera-Team. Durch exklusive Bilder vom Tatort besserte Souza angeblich nicht nur die Quoten seiner Show auf, sondern beseitigte auch Rivalen im Drogengeschäft.

Kriminelle und ihre Verbrechen – das war bisher die Spezialität des TV-Moderators Wallace Souza im brasilianischen Fernsehkanal "Canal Livre". Täglich prangerte er die Zustände in der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas mit Sätzen wie diesen an: “Manaus darf nicht länger von dieser Gewaltwelle erschüttert werden” oder "Wir müssen die Straßen sicherer machen". Souza wagte sich an die gefährlichsten Plätze der Stadt.

Jetzt sorgt der Journalist selbst für den Stoff einer Reality-Verbrechensshow. Denn Souza wird von der Polizei beschuldigt, ein Doppelleben als Schwerverbrecher und Drogendealer zu führen. Nach Ansicht der Behörden hat der Moderator und beliebte Politiker mindestens fünf Morde in Auftrag gegeben. Seine Opfer: Konkurrenten im Drogen- und Waffengeschäft.

Auf die Schliche wollen die Behörden Souza gekommen sein, weil er stets ein bisschen zu viel Reporterglück besaß. Immer wieder waren seine Kamerateams noch vor den Einsatztruppen am Tatort und lieferten exklusive Bilder. Dabei schreckte Souza auch nicht davor zurück, neben einer verkohlten Leiche zu stehen, sich die Jacke über die Nase zu halten und ins Mikrophon zu nuscheln: „Es riecht wie bei einem Barbecue.“
Souza, das glauben die Behörden, wusste nur deshalb über die Morde so gut Bescheid, weil er sie selbst angeordnet hat. “Unsere Ermittlungen sind schon sehr weit“, sagte der lokale Polizeichef Thomaz Augusto Corea einem brasilianischen Nachrichtensender. „Verbrechen wurden beauftragt, um Nachrichten für das Programm zu kreieren." Tatsächlich bescherte Souza seiner Show Traumquoten. Sie gehörte zu den beliebtesten Sendungen in 1,7 Einwohner Millionen großen Stadt Manaus.

Das Pikante an der Geschichte: Souza sitzt neben seinem Job als Moderator auch noch als Abgeordneter der "Partido Liberal" im Parlament des Bundesstaates. Der Ex-Polizist, der 1987 unehrenhaft entlassen wurde und danach seine TV-Karriere startete, genießt eine große Popularität. Vor allem wegen seiner Kampagnen. Bei denen wettert er gegen die hohe Kriminalität und verspricht, diese zu bekämpfen. Immer wieder berief er sich in seinen politischen Reden auch auf seine "journalistische Verantwortung“. Stimmen die Vermutungen der Polizei, dann hat Souza seine Wähler geschickt hinters Licht geführt. Drei Mal wurde der heute 51-Jährige bereits zum Abgeordneten gewählt – zwei Mal davon mit mehr Stimmen als alle anderen Abgeordneten.
Souza selbst nannte die Vorwürfe absurd. Sein Anwalt, Francisco Balieiro, sagte dazu: „Es gibt keine Beweise für diese Anschuldigungen.“ Souza sei unschuldig. Und auch der Moderator verteidigte sich in einem Interview. Schuld an den Verdächtigungen seien bloß seine politischen Rivalen, die ihm schaden wollten. Er sei es schließlich gewesen, sagte Souza der Nachrichtenagentur Associated Press, der die Ermittlungen gegen Korruption, organisierte Kriminalität und Pädophilie in Gang gebracht habe. Die Schnelligkeit seines Teams erklärte Souza damit, dass die Reporter gut informierte Quellen nutzen.

Souzas Sendung wurde jedoch sofort abgesetzt, nachdem die Polizei ihre Ermittlungen aufnahm, berichtet der britische TV-Sender „BBC“. Die Ermittler stützen sich bei ihren Anschuldigungen vor allem auf die Aussagen eines früheren Angestellten Souzas, Moacir Jorge da Costa, wie Souza ein Ex-Polizist und sein späterer Leibwächter. Da Costas Festnahme im vergangenen Jahr habe die Ermittlungen angestoßen, sagte Thomaz Vasconcelos von der Polizei. Er soll ein Mitglied der Gang gewesen sein, die sich im Auftrag Souzas um den Waffen- und Drogenhandel kümmerte.

"Der Auftrag kam immer von ihm oder seinem Sohn“, sagte Thomaz Vasconcelos Souza von der Polizei. Im Anschluss alarmierten die beiden die TV-Crew, damit sie noch vor der Polizei am Tatort sein konnten. Weitere Indizien: Bei einer Durchsuchung von Souzas Wohnung seien neben Waffen auch mehr als 250.000 Euro in bar gefunden worden.
Bislang wurde Souzas Sohn Rafael festgenommen, genauso wie 20 weitere Personen, darunter etliche Polizeibeamte, berichtet die britische Zeitung „Guardian“. Souza selbst genießt Immunität aufgrund seines politischen Amtes und sei deshalb noch auf freiem Fuß.


Quelle: welt.de

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