Studie offenbart alarmierende Zahlen: So krank wird Deutschland
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Studie offenbart alarmierende Zahlen: So krank wird Deutschland

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In der alternden Gesellschaft Deutschlands wird die Zahl der schwerwiegenden Erkrankungen bis 2050 explosionsartig steigen. Dies geht aus einer Prognose des Fritz-Beske-Instituts zur Sterblichkeit hervor. Die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle wird demnach drastisch zunehmen. Das Gesundheitswesen stoße an seine personellen und finanziellen Grenzen.
Augenerkrankungen, die zu Erblindungen führen, dürften in den kommenden 40 Jahren um 125 Prozent zunehmen, Herzinfarkte um 75 Prozent und Demenzerkrankungen um insgesamt 104 Prozent. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen bei Demenz steigt sogar um 113 Prozent.

Das Gesundheitswesen werde dadurch an seine personellen und finanziellen Grenzen stoßen. Den Hochrechnungen des Fritz-Beske-Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel zufolge leiden 2050 rund 51,6 Prozent der Bevölkerung unter Bluthochdruck (42,3 Prozent 2007), 21,6 Prozent an Arthrose (2007: 16,5 Prozent), 17,6 Prozent an Rückenschmerzen (2007: 15,5 Prozent) und 16,2 Prozent an Schwerhörigkeit (2007: 10,7 Prozent). Fünf von 22 Krankheiten nehmen um mehr als 100 Prozent zu im Vergleich zu 2007, wenn man ihre Anzahl auf 100.000 Einwohner bezieht. Dann erhöht sich die Zahl der Lungenentzündungen um 198 Prozent, der Augenkrankheiten mit der Gefahr einer Erblindung um 169 Prozent und der Demenz um 144 Prozent. Eine Oberschenkelhalsfraktur ziehen sich 125 Prozent mehr Menschen zu, einen Herzinfarkt bekommen 109 Prozent mehr und einen Schlaganfall 94 Prozent mehr.

1,6 Beschäftigte für einen Rentner

Das Institut vergleicht die Zahl der Erkrankungen mit der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur. So nimmt bis 2050 die Zahl der Erwerbsfähigen um 29 Prozent ab, die der nachwachsenden Generation unter 20 Jahren verringert sich sogar um 35 Prozent. Demgegenüber steigt die Zahl der Rentner um 38 Prozent und die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre um 156 Prozent. Damit stehen laut Studie 2050 nur noch 1,6 Erwerbsfähige für einen nicht mehr Berufstätigen zur Verfügung. "Diese Rechnung geht nicht auf", sagte Beske.
Der Forscher wies darauf hin, dass schon ab 2020 die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter eintreten. Ab dann sei zu erwarten, dass die Probleme im Gesundheitswesen stark zunehmen. Ablesen lasse sich dies am Land Brandenburg, wo die Bevölkerungszahl schneller schrumpft als im restlichen Deutschland. Dort wandern die Jungen aus, und die Alten und Kranken bleiben zurück. Die für Gesamtdeutschland für das Jahr 2050 errechnete Fallzahl an Krankheiten werde dort schon 2030 erreicht.

Mediziner vor der Vollbeschäftigung

Beske appellierte an die neue Bundesregierung, nach der Wahl schnell zu handeln. Es dürfe keine weitere Reform im Gesundheitswesen mehr geben, "die sich nicht daran orientiert, was an Probne Thomalla auf Sylt, sosversorgung aufgrund der demografischen Entwicklung zukommt", erklärte er. Der Sprecher des AOK-Bundesverbandes, Udo Barske, sagte. im Gesundheitswesen werde es künftig darum gehen, unnötige Kosten - etwa bei Arzneimitteln - zu vermeiden und die Vorbeugung von Krankheiten zu verstärken.

Die Politik werde nicht darum herumkommen, auch die Problematik der Rationalisierung zu diskutieren, warnte Beske. Es müsse deutlich gemacht werden, wofür die begrenzten Mittel im Gesundheitswesen künftig eingesetzt werden können und wofür nicht mehr.

Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, sagte der Gesundheitsbranche einen Boom voraus. Mediziner stünden bereits vor der Vollbeschäftigung. Die Politik müsse deshalb auch überlegen, wie sie Gesundheitsberufe attraktiv machen könne.


Quelle: RheinischePost

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