Der Mini wird zum Sportflitzer – inklusive Stoppuhr
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Der Mini wird zum Sportflitzer – inklusive Stoppuhr

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Es gibt ihn seit 50 Jahren und es gibt ihn als Limousine, Cabriolet und Kombi. Doch damit nicht genug. Bei der IAA zeigt BMW die Studie eines Mini-Coupés mit über 200 PS, das große Chancen auf eine Serienproduktion hat. Und angeblich soll sogar eine neue Variante als Roadster zu sehen sein.
Der 4. Oktober 2000 ist ein trauriger Tag: Die Montagebänder für den Mini werden gestoppt, eine Legende stirbt – doch neun Monate später lebt sie wieder auf. BMW bringt den neuen Mini, der einen Siegeszug beginnt. Heute fahren jährlich rund 260.000 neue Mini auf die Straßen, es gibt mit Limousine, Cabrio und Kombi drei Varianten, und zur IAA kommen zwei neue Modelle.

Fest beschlossen ist der Mini Crossman, ein Ableger des Kombimodells Clubman mit vier Türen und Vierradantrieb. Die spektakulärere Neuheit aber ist das Mini-Coupé, ein zweisitziges Modell, mit dem die Designer vor allem die sportlichen Gene des Kleinwagens betonen wollen. Die Linienführung soll jenen Gokart-Fahrspaß symbolisieren, von dem Mini-Fans schwärmen und der schon in den 60er-Jahren neben Preis, Wirtschaftlichkeit und kompakten Abmessungen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren des Autos gehörte.

Chefdesigner Gert Hildebrand spricht gar vom „GT-Charakter“ und stellt das Coupé auf eine Stufe mit Gran-Turismo-Sportwagen – ein Vergleich, der zwar nicht zur Winzigkeit des Mini passt, aber zum Design und zur Leistung: 211 PS und knapp 240 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der dafür verantwortliche 1,6-Liter-Turbomotor ist keine Spielerei für ein Einzelstück auf der Messe, es gibt ihn schon in Serie: im Sportmodell Mini John Cooper Works.

„Oberhalb der Gürtellinie haben wir alles neu gestaltet“, sagt Hildebrand und zeigt auf die stark geneigte Frontscheibe und das um sechs Zentimeter niedrigere Dach. Beeindruckt der Karosseriekörper unten durch kraftvolle, athletische Formen, so besticht er oberhalb der Gürtellinie durch ausgeprägte Leichtigkeit. Dazu tragen die schmalen Dachsäulen und das sehr kurze Dach bei. Beides macht die Gewichtsverteilung sichtbar: oben leicht, unten schwer. Dieses Prinzip bewirkt einen tiefen Schwerpunkt – eine der wichtigsten Voraussetzungen für agiles Kurvenhandling.

Hinten am Coupé-Dach fügt sich ein Heckspoiler an, der weniger fürs Design als vielmehr für die Aerodynamik und damit die Fahrstabilität wichtig ist. Außerdem soll er einfach gut aussehen und erinnert nicht von ungefähr an eine verkehrt herum getragene Baseballkappe. „Die coolen Jungs auf dem Skateboard waren dafür unser Vorbild“, sagt Hildebrand. Der Spoiler überdeckt einen Teil der stark geneigten Heckscheibe, die zusammen mit dem kurzen, knackigen Heck die Coupé-Silhouette bestimmt. Auch funktional bilden Heck und Heckscheibe eine Einheit, die weit nach oben schwenkt und den Zugang zum Kofferraum öffnet. „Um die Klappe herum mussten wir etwas feilen“, sagt der Chefdesigner. Denn dieses Gepäckabteil ist ein besonders wichtiges Merkmal des Autos: Mit dem Coupé haben die Produktplaner eine Käuferzielgruppe im Visier, die zwar nur zwei Sitzplätze, dafür aber viel Platz fürs Gepäck benötigt: Singles und junge Paare mit einem Faible für sportliche Freizeitgestaltung. Dafür bietet das Mini-Coupé hinter Fahrer- und Beifahrersitz einen Laderaum mit reichlich Platz für Golfbag, Tennistasche oder andere Sportutensilien. 250 Liter Stauraum bietet der normale Mini nicht, hier stehen nur 160 Liter zur Verfügung. Wer mehr Raum braucht, muss die Rücksitzlehnen umklappen. Bei der Innengestaltung des Coupés arbeiteten die Mini-Designer mit Kollegen aus der italienischen Möbelbranche zusammen, die als Trendsetter bei Material- und Farbgestaltung gelten. Das zeigt sich bei den weichen Sitzbezügen: Die Mittelbereiche der Sitzflächen und -lehnen sind aus geflochtenem Leder – ein klassisches Verfahren der italienischen Ledermanufaktur, das nur für hochwertige Produkte infrage kommt. Im Mini-Coupé vermittelt das Flechtwerk eine angenehme Leichtigkeit und verstärkt den sportlichen Charakter des Autos. Dazu tragen auch zwei Präzisions-Chronometer links und rechts neben dem Drehzahlmesser bei. Einer dient als Stoppuhr, während der andere die Uhrzeit anzeigt.

Im Grunde aber ist der Innenraum bis auf neue Farben unverändert, das Designteam hat auf die sonst bei Konzeptwagen üblichen Gimmicks verzichtet. „Die allermeisten Teile stammen aus der laufenden Produktion“, sagt Gert Hildebrand – ein Zeichen dafür, dass eine Serienproduktion greifbar nahe ist, auch wenn BMW noch keine konkreten Aussagen dazu macht.

Doch die Marke muss, auch wenn sie heute sehr erfolgreich ist, mit immer neuen Modellen wachsen und neue Kunden begeistern. Ein ganz anderes Modell, das optisch wie technisch nichts mit dem klassischen Mini gemein hat, würde zum Angebot der britischen BMW-Tochter nicht passen, zumal BMW selbst neue Kleinwagen mit Frontantrieb plant. Darum ist die Erweiterung der Mini-Familie sinnvoll. „Wir stehen quasi in den Startlöchern“, sagt Gert Hildebrand zu den Serienchancen des Coupés. Und dann ist da ja noch der Mini Roadster. Am 15. September in Frankfurt soll auch eine offene Version des neuen Zweisitzers enthüllt werden. Dieses Gerücht will der Chefdesigner aber noch nicht bestätigen. „Ein bisschen müssen wir die Spannung ja noch halten.“

Quelle: Welt online

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