Keine Steuerbefreiung für
Kategorie: Economy » Tax

Keine Steuerbefreiung für

Share |

 
Diesen Artikel teilen

Nach dem Tod eines geliebten Menschen ist allerhand zu planen und der bürokratische Marathon der zu versteuernden Wertgegenstände beginnt. Glücklicherweise ist nicht jede Erbschaft steuerpflichtig und so muss genau geprüft werden, welche Erbschaftsgegenstände über den persönlichen Freibetrag hinaus versteuert werden müssen. So gilt z.B. eine „Eltern-Immobilie“, die eine Größe von 200qm nicht übersteigt und die fortan für mindestens 10 Jahre zu eigenen Wohnzwecken, also im Eigenbedarf genutzt wird, nach § 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG als steuerfrei.

Nun ist ein neuer strittiger Fall aufgetreten, welcher am 22.10.2014 vor dem Finanzgericht verhandelt wurde. Der Kläger hatte seine baufällige „Eltern-Immobilie“ abgerissen und danach neu gebaut. Da der Neubau dem Eigennutz diente, stand nun die Frage im Raum, ob weiterhin das Recht auf Steuerbefreiung bestehen bleibt.

Die Richter urteilten mit Nein!

Weder der baufällige bzw. der Vollsanierungszustand einer „Eltern- Immobilie“ rechtfertigen einen Abriss der selbigen. Auch eine vom Kläger als zu gering erachtete Wohnfläche von 50qm stelle keinen zwingenden Hinderungsgrund dar, die Immobilie zu sanieren und anschließend zu bewohnen. Durch einen Abriss und Neubau ist somit die Steuerfreiheit verloren gegangen und die „Eltern-Immobilie“ vollständig zu versteuern.

Somit grenzten die Richter die Definition der „zwingenden Hinderungsgründe“ scharfkantiger ein. Demnach sind nur noch individuelle Hinderungsgründe wie etwa eine Pflegebedürftigkeit oder ein Todesfall als solche anzuerkennen.

Das letzte Wort ist vielleicht noch nicht gesprochen

Obwohl die Revision vom Finanzamt nicht zugelassen wurde, könnte der Kläger dennoch weitere rechtliche Schritte einlegen, sodass sich der Bundesfinanzhof vielleicht bald der strittigen Frage annehmen muss.
Die Definition des „familiären Umfelds“, welches die Grundlage der Steuerbefreiung darstellt, ist nicht eindeutig eingegrenzt. Das Finanzgericht urteilte, dass der Erhalt der „Eltern-Immobilie“ Grundvoraussetzung ist. Doch auch die regionale Lage, das Grundstück sowie die Nachbarschaft, weitere lokal lebende Familienmitglieder usw. könnten Bestandteil der Definition sein.

Nachgehakt!

Das Urteil zeigt einmal mehr, dass das Verständnis der Gesetzestexte häufig schwierig und nicht eindeutig bleibt. Zu viele Parameter müssen bedacht werden und individuelle Abweichungen führen schnell zu Problemen. Daher ist es, sobald der Sachverhalt nicht den stereotypen Formulierungen der Gesetzestexte entspricht, ratsam, sich fachkundigen Rat zu holen. Eine Anfrage beim Finanzamt ist genauso möglich wie bei Notaren.

Add a Comment

Anmelden um einen Kommentar zu schreiben. Neu bei Nachrichten.net? Hier registrieren.

Letzte Besucher


Nachrichten, Videos und Bilder von DanielFranz (Alle anzeigen)

Namensänderung bei Ameropa in Australien
Namensänderung bei Ameropa in Australien ...
Social Media als Instrument der Marktforschung
Social Media als Instrument der Marktforschung ...
Keine Steuerbefreiung für
Keine Steuerbefreiung für ...
MPLS SDN World Congress zum 17. Mal abgehalten
MPLS SDN World Congress zum 17. Mal abgehalten ...
Meinungsumfrage zur Formel 1: Wer wird Weltmeister 2014?
Meinungsumfrage zur Formel 1: Wer wird Weltmeister 2014? ...
Vorteilsprogramme: Kostenlose Gutscheine werden von deutschen Verbrauchern mit am meisten genutzt
Vorteilsprogramme: Kostenlose Gutscheine werden von deutschen Verbrauchern mit a ...