Weltvegantag 2016 - Zunehmende Antiveganismuspropaganda faschistoid wie Antiflüchtlingshetze
Kategorie: society

Weltvegantag 2016 - Zunehmende Antiveganismuspropaganda faschistoid wie Antiflüchtlingshetze

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Alljährlich am 1. November ist Weltvegantag. Mit zunehmender Verbreitung des Veganismus wächst der Widerstand (wie vor Jahrhunderten, als fanatische Extremisten wie wir darauf hinwiesen, dass Menschenrechte mit Sklaverei unvereinbar sind). Mangels Argumenten muss dabei auf Hetzparolen zurückgegriffen werden. Doch diese beschränken sich nicht auf den Stammtisch und Facebook, sondern sind auch in vermeintlich seriösen Medien zu finden.

Alle Jahre wieder taucht die Mär auf, vegane Ernährung sei für Kinder ungesund. Aktuell: "Vegane Ernährung: Mutter ließ Baby wohl fast verhungern [...] Das Jugendamt entdeckte den kleinen Jungen in der Wohnung der Mutter und stellte deutliche Entwicklungsstörungen und Ausschlag fest. Die Mutter selbst führte diese auf Allergien zurück, unter denen ihr Baby angeblich litt und nicht auf die vergange[sic!] Ernärhung[sic!] [...] Die Behörden führen diesen Zustand auf die vergange[sic!] Ernährung des Babys zurück." (Augsburger Allgemeine, Foto: Pistazien) "Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung [...] Vegane Mutter setzte Baby auf Nuss-Obst-Diät [...] (Spiegel, Foto: Studentenfutter) "Veganer-Wahnsinn Mutter lässt Baby fast verhungern [...] Aber die fanatische Veganerin habe sich nichts sagen lassen: 'Ihr Ziel war es, nur noch von Wasser und Sonnenlicht zu leben.'" (Hamburger Morgenpost, Foto: unscharfes Bild der Mutter)
Opfer der Unveganer
"Sie gab ihrem Baby Nüsse und Beeren zu essen" (Gala, Foto: Him-, Brom-, Heidelbeeren, Mandeln und Cashews) "Vegane Mutter aus Pennsylvania füttert Baby nur mit Obst und Beeren [...] Vater rettet Sohn vor fanatischer Ex [...] Veganerin füttert Baby nur mit Nüssen und Obst [...] Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beispielsweise warnt [...] ein Fall veganer Zwangsernährung" (Focus, Foto: Baby, das mit knallgelbem Brei gefüttert wird)

Nun sollte jedem klar denkenden Menschen unmittelbar einleuchten, dass vegane Ernährung nicht aus "Nüssen und Obst" (bzw. "Nüsse und Beeren", was für die Ernährungsexperten, die einige dieser Presseartikel verfasst haben, offenbar das selbe ist) oder "Wasser und Sonnenlicht" besteht. Wie immer in solchen Fällen zeigt bereits eine Recherche von wenigen Minuten, dass das ganze natürlich nichts mit Veganismus zu tun hat, sondern die Verantwortliche eine (meist zudem unvegane) obskure Diät praktizieren. Immer. Häufig sind irgendwelche Rohkosternährungsgurus Verursacher, in diesem Fall offenbar eine Ernährungsstörung der Mutter (die bei einer Größe von 1,75m 40kg wog - das entspricht einem BMI von 13,1 und somit starkem Untergewicht, ein Problem, das Realveganer - also Menschen, die aus ethischen Gründen vegan leben, was nichts mit einer Diät zu tun hat - angesichts veganer Schokolade, Süßigkeiten, Eiscreme, Pizza, Torten uvm. eher nicht haben.) Dass "Journalisten" heutzutage offensichtlich, wenn sie die Wörter, die sie benutzen, schon nicht kennen (hier: "vergang[sic!]", "Veganismus", "Zwangsernährung", "Obst", "Beeren", "Nüsse") recherchieren, was sie bedeuten, ist offenbar zu viel verlangt. Das wäre ja so, als müsste ein KfZ-Mechatroniker wissen, was eine Bremsscheibe ist. Dass viele Unveganer sich als Veganer ausgeben (weil es chic ist, aus kommerziellen Gründen oder um eine Anorexia nervosa zu kaschieren - früher musste man sich im letzten Fall noch auf eine göttliche Vision berufen und die Ernährung auf Hostien umstellen) ist ja nun nichts Neues. Dass viele Unveganer als Veganer ausgegeben werden (weil sie sich so nennen und ein paar Minuten Recherchieren weh tut, oder weil es ein schlechtes Licht auf den Veganismus werfen würde, wäre die Person vegan so wie die Tatsache, dass Hitler Nichtraucher war, ein schlagkräftiges Argument für Nikotinismus ist - nicht mehr lang, dann wird Frauke Petry dabei beobachtet, einen Salat zu essen, unterschlagen, dass es Wurstsalat war, und ihr Veganismus angedichtet) ebenfalls.

Das einzige, was hier noch fehlt, sind Berichte darüber, dass alle fünf Sekunden ein Kind durch Veganismus verhungert (schließlich sind eine Handvoll Hirse oder Reis als einzige Nahrungswochenration "vegan".)

Entsprechend gibt es regelmäßig "Verbraucheraufklärung" darüber, dass - obwohl vegane Ernährung gerade noch aus "Nüssen und Beeren" bestand - vegane Pommes frites fast genausoviel Fett und Salz wie unvegane enthalten, ergo Veganismus ungesund sei (ähnliches für irgendwelche fettige und salzige Tofuwurst, die es auch gibt, und die dem Original diesbezüglich ähnlich und eben ungesund für den Konsumenten ist). Nur geht es beim Veganismus eben nicht um die Gesundheit des Konsumenten, sondern die der anderen Tiere, die für gesalzenen, fettigen Leichenbrei im Darm, nicht aber für gesalzenes, fettiges Sojabohnenpüree in praktischer, abgerundet zylindrischer Form (vulgo "Wurst") ermordet werden. Passend dazu folgt oft die Antisojapropaganda von Regenwaldabholzung bis Genmanipulation (während in Wahrheit unser bisschen Soja aus Baden-Württemberg oder Frankreich kommt, im Gegensatz zu den Unmengen an Soja, die Unveganer indirekt über Leichen und Drüsensekrete als "Futtermittel" konsumieren.)

Und natürlich macht alle paar Wochen ein Praktikant irgendeines Dorfblättchens einen "veganen Selbstversuch", um festzustellen, dass auf veganem Milbenkäse keine Milben herumkrabbeln, Hafermilch ein paar Cent mehr kostet als die hochsubventionierten Kuhdrüsensekrete, Wurmimitate (ob Gummiwürmer oder Spaghtetti) gar nicht wie echte Würmer schmecken, er nicht mehr von der Schokolade der Kollegen, für die Kinder und Kühe misshandelt wurden, essen "darf", also selbst vegane kaufen muss (oder gleich behauptet, dass es keine vegane Schokolade gäbe und daher "Verzicht" schreit, weil er sie durch Reiswaffeln ersetzt), und bei der Geburtstagsfeier, zu der er eingeladen ist, nur weil er niemanden vorher darüber informiert hat, dass er nun ein bisschen so tut, als sei er vegan, die Torte Buttercreme enthält. Fazit ist dann, dass die Umstellung so schwer sei - wie schwer die Nichtumstellung für die, die von Unveganern für ihren Unveganismus ermordet werden, ist, interessiert nicht.

Kurz: ein Großteil der Presse hetzt gegen Veganismus wie Pegida gegen Flüchtlinge. Wie lang müssen wir auf den ersten Nazi-Anschlag auf vegane Restaurants im Gefolge dieser geistigen Brandstifter warten? Überhaupt nicht, längst geschehen. Auch wenn die meisten Flüchtlinge fast genauso sind wie die, vor denen sie fliehen, und die meisten "Veganer" fast genauso wie die Unveganer, auch wenn sich manche aus unlauteren Gründen als Flüchtlinge bzw. Veganer ausgeben, ohne es zu sein (was den echten Flüchtlingen / Veganern angelastet wird): Wer sich am Pressekodex orientiert ("Achtung vor der Wahrheit", "Informationen [...] sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben", "Die Presse verzichtet darauf, [...] weltanschauliche [...] Überzeugungen zu schmähen."), könnte eine solche Hetze gegen Veganismus ebensowenig verbreiten, wie bei einem Bericht über eine Mutter, die ihr Baby ertränkt hat, zu titeln: "Militante Nichtraucherin erstickt Säugling durch rein wasserstoffliche Atmung".

Daher ein wohlmeinender Rat an die Medienvertreter: vor dem nächsten Artikel zum Thema Veganismus jemanden fragen, der etwas davon versteht. Nicht irgendwelche Musikanten, die sich ins Gespräch bringen wollen, indem sie ihre PR-Abteilung verbreiten lassen, sie seien nun seit einer Woche "fast vegan", keine Tierausbeutungspropagandaorganisationen, Bauernminister oder Leute, die mit Spendensammeln oder dem Verkauf irgendwelcher überteuerter Spezialprodukte oder Fitnesskochbücher das große Geschäft machen wollen, sondern Tierrechtler, denen es um Ethik geht. Dann klappt es auch mit den Fakten - und der Etablierung einer veganen Gesellschaft.

[7989   Anschläge. Fotos stehen kostenfrei zur Verfügung. Diese Pressemitteilung finden Sie mit weiterführenden Links und Bildern online unter http://maqi.de/presse/weltvegantag2016.html . Bei redaktioneller Verwendung Hinweis/Belegexemplar erbeten.]

Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus setzt sich für eine Verwirklichung der Tierrechte (so etwa das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit), die Abschaffung der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Spezies (analog zu Antirassismus und Antisexismus) und die Etablierung einer veganen Gesellschaft ein.

Nähere Informationen und Bildmaterial bei Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus, c/o Achim Stößer, Berliner Str. 34, D-63619 Bad Orb, Tel. 06052 309788, [email protected], http://maqi.de.

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