Höhner diskutieren mit Bonner Schülern über Integration im Karneval
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Höhner diskutieren mit Bonner Schülern über Integration im Karneval

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Mitten in der Session nahmen sich Höhner-Frontmann Henning Krautmacher und Bassist Hannes Schöner Zeit und diskutierten mit Gymnasiasten des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiasten in Bonn über Integration und die kölsche Seele im Karneval


Von Daniela Decker


Köln/Bonn- Kann der Karneval Integration unterstützen? Diese und anderen Fragen haben Henning Krautmacher und Hannes Schöner von den Höhnern mit der Abiturklasse von Gymnasial-Lehrer Dennis Fabian, vom Carl von Ossietzky Gymnasium in Bonn hinterfragt und diskutiert. Unter anderem beschäftigten sich die Schüler inhaltlich mit dem Höhner-Song „Viva Colonia“ und der Textzeile „Mer sin multikulinarisch, mer sin multikulturell“.


"Köln war schon immer multikulturell"

Nach Meinung der Abiturienten des Pädagogik Grund- und Leistungskurses ist der Begriff „multikulturell“ veraltet. Experten benutzen heute mehr die Begriffe interkulturell und transkulturell, da sie deutlicher die jetzige Situation beschreiben. „Multikulturell bedeutet, dass kein Austausch der Kulturen stattfindet und die verschiedenen Kulturen nur nebeneinander her leben“, erklärten die Schüler. Daher die Frage: Müsste der Song nicht eigentlich aktualisiert werden? „Es ist beeindruckend, dass ihr über diese Dinge diskutiert“, fand Krautmacher. Ebenso beeindruckt waren die beiden von der 16-jährigen Tasneem, die vor zwei Jahren mit ihrer Familie aus Aleppo nach Deutschland kam, um dem syrischen Bürgerkrieg zu entkommen. „Als wir ankamen, war der Karneval in vollem Gang. Es war schon ein bisschen komisch“, muss sie heute lachen. „Aber die Menschen waren fröhlich und wir fanden es toll, weil wir beim Karnevalszug direkt mitmachen konnten.“ Stellt sich die Frage: Inwieweit ist Karneval ein integrativer Faktor? „Karneval ist ein riesiges Integrationsforum“, erklärte Schöner den Schülern. „In Köln sowieso. Denkt man nur an den Kölner Dom, der von Menschen aller Nationen gebaut worden ist.“ Und auch Krautmacher bestätigt: „Köln war schon immer multikulturell, sonst hätte das Zusammenleben in dieser Stadt nicht funktioniert. Früher waren es italienische Gastarbeiter, heute Türken, die bei Ford arbeiten oder eine Dönerbude betreiben.“ Krautmacher gibt aber auch zu bedenken, dass   bei aller Integration die verschiedenen Kulturen und die Unterschiede zwischen den Menschen wichtig seien. Schließlich gelte der rheinische Grundsatz: „Jeder Jeck ist anders“.


„Respekt, Toleranz und Offenheit zu anderen Menschen- und das nicht nur in der fünften Jahreszeit“ - Hannes Schöner


Dass der Karneval auch seine Schattenseiten hat, darüber sind sich die beiden Höhner im klaren; dennoch kann er viel bewirken. Und dass auch Songs, die im Karneval gesungen werden Haltung und politische Inhalte transportieren, machte Krautmacher mit nur einigen Höhner-Songs wie „Minsche wie mir“ oder im „Pizza-Lied“ klar, die vom Zusammenleben aller Menschen in Köln erzählen. Aber auch „Wann jeiht der Himmel widder op?“, „Kumm erin, Du bes immer jän jesinn!“, “Levve und levve losse“, oder „Kumm loss mer fiere“ das während des Golfkrieges entstanden ist. „Der Song trägt die Botschaft, dass man trotz Krisen nicht den Kopf in den Sand stecken und lamentieren solle“, erklärte Henning. Eine der Schülerinnen brachte es auf den Punkt, als sie ehrlich zugab: „Ich wusste gar nicht, wie viele kölsche Songs richtig Inhalt haben und sich auch mit politischen Themen und eben Integration auseinandersetzen.“


Höhner bleiben bei „mer sin multikulinarisch, mer sin multikulturell“

Am Ende der Diskussionsrunde waren sich Schüler, Lehrer und Höhner einig: „Viva Colonia“ muss nicht umgeschrieben werden. „Wir bleiben bei der Formulierung und müssen dem Musikalischen da den Vorzug geben“, so der Sänger. Das habe aber nichts damit zu tun, dass auch die Höhner sich dem Thema weiterhin stellen wollen. „Respekt und Toleranz sind nach wie vor feststehende Begriffe, auch im Karneval“, fand Hannes Schöner. Im Gegenzug wollen die Schüler in Zukunft noch genauer bei den Texten der kölschen Bands hinhören. Das eigentliche Fazit des Tages war aber: Man muss nur miteinander reden.





Foto: Mitten in der Session nahmen sich Höhner-Frontmann Henning Krautmacher und Bassist Hannes Schöner Zeit und diskutierten mit Gymnasiasten des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiasten in Bonn über Integration und die kölsche Seele im Karneval (c)Daniela Decker

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