Kirche nach Wunsch
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Kirche nach Wunsch

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Das sog. "Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland" veröffentlichte am 08.03.2019 einen Text "So wünschen sich Frauen die Kirche! Elf Statements zum Weltfrauentag". Einige Ausschnitte: "Wir wollen eine Welt, in der Chancengleichheit auf allen Ebenen der Politik und der Kirche herrscht. Eine Welt, in der Frauen und Männer zu gleichen Teilen an den Rechten und Pflichten beteiligt sind. Für die Kirche heißt das, Frauen und Männer haben Zugang zu allen Diensten und Ämtern. Wir wollen eine Kirche der Toleranz gegenüber den verschiedenen Lebensentwürfen von Frauen und Männern" (Mechthild Heil, sog. "Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands"). "Wie ich mir meine Kirche zum Weltfrauentag in 20 Jahren vorstelle? Am 8. März 2039 wird in Deutschland die erste Frau von den Gläubigen in ihrem Bistum zur Bischöfin gewählt. Im Gottesdienst, den ich besuche, predigen Frauen und Männer gemeinsam. Die Partnerin meines Sohnes befindet sich gerade in der Ausbildung zur Priesterin und ich freue mich mit ihr, dass ihr Lebenstraum in Erfüllung geht. ... Meine Kirche ist eine offene Kirche, die sich als weltweite Gemeinschaft von Gleichberechtigten auf dem Weg begreift" (Lisi Maier, sog. "Bundesvorsitzende" vom sog. "Bund der Deutschen Katholischen Jugend"). "Viele junge Katholikinnen wünschen sich eine andere Kirche. Das wurde rund um die Jugendsynode im Vatikan besonders deutlich. In der Kirche wird Frauen 'noch immer kein gleichwertiger Platz eingeräumt'. So lauteten die Rückmeldungen aus vielen Ländern. Mir ist es wichtig, diesen Ruf junger Menschen ernst zu nehmen. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Verkündigung. Jüngere wie Ältere erwarten baldige Reformen. Öffnungen in der Ämterfrage lassen auf sich warten" (Daniela Engelhard, sog. "Leiterin des Seelsorgeamts im Bistum Osnabrück").
In dem 2.300-Wörter-Text kommt das Wort Christus resp. christlich gar nicht vor. Einmal ist von "Christinnen und Christen", einmal vom "Wort Jesu" die Rede, aber ohne inhaltlichen Bezug zu Jesus Christus. Was hat das ganze mit der Kirche Jesu Christi zu tun? Die ganzen "Vorstellungen", "Wünsche" und "Träume" werden ganz einfach ohne jegliche Begründung genannt. Der Wunsch nach einer "anderen Kirche" wird zwar unterstützt mit dem Satz: "Es geht um die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Verkündigung." Aber seit wann sind Wunschträume ein Zeichen von Glaubwürdigkeit? Und träumen und wünschen eigentlich alle dasselbe? Sind die Wunschträume der Mehrheit die richtigen? Bedeutet Glaubwürdigkeit, dass man gar nicht darauf achtet, was bereits die menschliche Vernunft sagt und was ausdrücklich die göttliche Offenbarung sagt?
Dazu einige Bibelstellen: Im Evangelium von der Verklärung Christi (Mt 17,1-9) heißt es: "Eine Stimme erscholl aus der Wolke. Dieser ist mein geliebter Sohn ... Ihn sollt ihr hören." Da steht nicht: "Sagt meinem Sohn einfach, was ihr wünscht und erträumt, nur das zählt." Oder kürzer: "Macht einfach, was ihr wollt." Der Auftrag Christi an die Jünger lautet: "Lehrt alle Völker, alles zu halten, was ich euch gelehrt habe" (Mt 28,19f). Jesus sagt nicht: "Lehrt die Menschen, dass sie ihre Wünsche und Träume verwirklichen sollen." Nachdem Jesus sich als das Brot des Lebens bezeichnete, "zogen sich viele seiner Jünger und wandelten nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?" (Joh 6,66f). Jesus sagt nicht: "Ich bitte untertänigst um Verzeihung, ich widerrufe meine Aussage. Kommt doch bitte alle wieder, sagt mir eure Wünsche und Träume, ich werde sie erfüllen." Als Jesus ankündigt, dass er nach Jerusalem gehen und dort viel erleiden und getötet werden muss, äußert Petrus den Wunsch: "Gott bewahre Herr, das bleibe fern von Dir." Jesus richtet darauf an Petrus die Worte: "Weg von mir, Satan ... Du hältst es nicht mit Gott, sondern mit den Menschen." Jesus sagt nicht: "Einverstanden, Petrus, ich tue alles, was du wünschst."
Der schlimmste Fehler wäre es allerdings, die Träume und Wünsche, die auf dem sog. "Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland" verbreitet werden, als bloße, letztlich belanglose Meinungen abzutun. Denn die Abwendung vom christlichen Glauben ist dort bereits vollkommen vollzogene Tatsache.
Denn diese Gruppe, die sich dort als "katholische Kirche" ausgibt, leugnet bereits in ihren Statuten, dem sog. "Zweiten Vatikanischen Konzil" (V2), das Dogma von der Heilsnotwendigkeit der Kirche (Unitatis Redintegratio 3). Damit ist es für die kirchliche Mitgliedschaft auch völlig unerheblich, ob dort noch weitere Wünsche und Träume umgesetzt werden, z.B. mit Priesterinnen, Bischöfinnen und Päpstinnen. Bereits eine einzige Häresie schließt aus der Kirche aus. Die V2-Gruppe besitzt nicht die Merkmale der Kirche Jesu Christi, d.h. einig, heilig, katholisch und apostolisch. Aus dieser Tatsache sprudeln zwar unaufhörlich neue Angriffe gegen das Christentum, z.B. die Abschaffung der katholischen Sakramente durch sakramental ungültige Riten, zudem sog. Theatermessen, Karnevalsmessen, Rockmessen, usw. usf. Aber das sind eben Symptome eines bereits tatsächlich vollständig vollzogenen kompletten Bruchs mit dem Christentum, einer schon abgeschlossenen Gründung einer nichtchristlichen Gemeinschaft.
Es mag stimmen: "Viele junge Katholikinnen wünschen sich eine andere Kirche." Aber die V2-Gruppe ist bereits etwas wesentlich anderes als die Kirche. Dass die V2-Gruppe nicht die katholische Kirche ist, ist kein Traum, sondern harte, für jeden eindeutig nachprüfbare, unübersehbare, unleugbare Realität. Hingegen der Wunsch, dass die V2-Gruppe ein "Mittel des Heiles" ist, schafft keine Tatsache.

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