Papst emeritus Benedikt XVI. und sexueller Missbrauch in der Kirche
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Papst emeritus Benedikt XVI. und sexueller Missbrauch in der Kirche

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Joseph Ratzinger, vulgo "Papst em. Benedikt XVI.", veröffentlichte am 11.04.2019 einen "Aufsatz zur Kirchenkrise" bzgl. der Fälle von Kindesmissbrauchs, cf. bishopaccountability. Ratzingers Aufsatz ist völlig irreführend. Aus den 5.500 Wörtern seien 420 zitiert:
"Man kann sagen, daß in den 20 Jahren von 1960 – 1980 die bisher geltenden Maßstäbe in Fragen Sexualität vollkommen weggebrochen sind und eine Normlosigkeit entstanden ist, die man inzwischen abzufangen sich gemüht hat. ... Die Sache beginnt mit der vom Staat verordneten und getragenen Einführung der Kinder und der Jugend in das Wesen der Sexualität. In Deutschland hat die Gesundheitsministerin Frau Strobel einen Film machen lassen, in dem zum Zweck der Aufklärung alles, was bisher nicht öffentlich gezeigt werden durfte, einschließlich des Geschlechtsverkehrs, nun vorgeführt wurde ... Zu den Freiheiten, die die Revolution von 1968 erkämpfen wollte, gehörte auch diese völlige sexuelle Freiheit, die keine Normen mehr zuließ ... Zu der Physiognomie der 68er Revolution gehörte, daß nun auch Pädophilie als erlaubt und als angemessen diagnostiziert wurde ... Unabhängig von dieser Entwicklung hat sich in derselben Zeit ein Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie ereignet, der die Kirche wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft machte ... Bis hin zum II. Vaticanum wurde die katholische Moraltheologie weitgehend naturrechtlich begründet, während die Heilige Schrift nur als Hintergrund oder Bekräftigung angeführt wurde. Im Ringen des Konzils um ein neues Verstehen der Offenbarung wurde die naturrechtliche Option weitgehend abgelegt und eine ganz auf die Bibel begründete Moraltheologie gefordert ... Die Krise der Begründung und Darstellung der katholischen Moral erreichte in den ausgehenden 80er und in den 90er Jahren dramatische Formen. Am 5. Januar 1989 erschien die von 15 katholischen Theologie-Professoren unterzeichnete "Kölner Erklärung", die verschiedene Krisenpunkte im Verhältnis zwischen bischöflichem Lehramt und der Aufgabe der Theologie im Auge hatte ... In verschiedenen Priesterseminaren bildeten sich homosexuelle Clubs, die mehr oder weniger offen agierten und das Klima in den Seminaren deutlich veränderten ... Da nach dem II. Vaticanum auch die Kriterien für Auswahl und Ernennung der Bischöfe geändert worden waren, war auch das Verhältnis der Bischöfe zu ihren Seminaren sehr unterschiedlich. Als Kriterium für die Ernennung neuer Bischöfe wurde nun vor allen Dingen ihre "Konziliarität" angesehen, worunter freilich sehr Verschiedenes verstanden werden konnte. In der Tat wurde konziliare Gesinnung in vielen Teilen der Kirche als eine der bisherigen Tradition gegenüber kritische oder negative Haltung verstanden, die nun durch ein neues, radikal offenes Verhältnis zur Welt ersetzt werden sollte. Ein Bischof, der vorher Regens gewesen war, hatte den Seminaristen Pornofilme vorführen lassen, angeblich mit der Absicht, sie so widerstandsfähig gegen ein glaubenswidriges Verhalten zu machen ... Am Ende meiner Überlegungen möchte ich Papst Franziskus danken für alles, was er tut, um uns immer wieder das Licht Gottes zu zeigen, das auch heute nicht untergegangen ist. Danke, Heiliger Vater!"
Nun zur Richtigstellung: Die "Sache" - also die radikale Verwahrlosung im Priesterberuf - beginnt tatsächlich in den 60-er Jahren, i.e. mit dem sog. "Zweiten Vatikanischen Konzil" (Vatikanum 2 / V2). Das erste sichtbare Oberhaupt der V2-Gruppe war Angelo Roncalli, der bereits 1959 ein neues Konzil ankündigte und es dann 1962 eröffnete mit den Worten: "Wir sehen ja, wie im Laufe der Zeiten die widersprechendsten Meinungen der Menschen sich gegenseitig ablösen und wie die Irrtümer, kaum dass sie entstanden sind, wie Nebel vor der Sonne dahinschwinden. Die Kirche hat diesen Irrtümern immer widersprochen. Oft hat sie sie mit größter Schärfe verurteilt. Heute hingegen macht die Braut Christi lieber vom Heilmittel der Barmherzigkeit als von der Strenge Gebrauch." Hier ist das Todesurteil öffentlich ausgesprochen - nicht über die Kirche, denn die wird von Christus erhalten, aber über die Treue zur Wahrheit, über die Bewahrung des heilsnotwendigen katholischen Glaubens. Die Reinerhaltung der Lehre ist untrennbar verbunden mit der Verurteilung jeder abweichenden Aussage. Mit der Verkündigung des Dogmas, dass es sieben Sakramente gibt, ist zwangsläufig automatisch jede abweichende Zahl verurteilt. Und dann muss "mit größter Schärfe" derjenige verurteilt werden, der eine abweichende Meinung vertritt: Bei Dogmenleugnung (Häresie) tritt automatisch die Exkommunikation ein. Häretiker gehören nicht zur Kirche, cf. Papst Pius XII., Mystici Corporis.
Hingegen in der V2-Gruppe werden Häretiker geduldet und gefördert. V.a. aber muss jedem immer vollkommen klar sein: V2 ist selbst eine Häresienquelle, cf. die Leugnung der kirchlichen Heilsnotwendigkeit (Unitatis Redintegratio 3). Die V2-Gruppe als solche besitzt somit nicht die gem. Dogma notwendigen Zeichen der wahren Kirche, i.e. einig, heilig, katholisch und apostolisch. Die V2-Gruppe ist also nicht die katholische Kirche, sondern eine häretische Gemeinschaft, und bereits die bloße eingetragene V2-Mitgliedschaft schließt aus der Kirche aus. Dass die V2-Gruppe auch gerichtsnotorisch unanfechtbar nicht die katholische Kirche ist, beweist u.a. das Bundesverfassungsgericht zu Landgericht Hanau - Gisbert Grohe vs. Hochschule Sankt Georgen. Man beachte das genau: Gem. V2 können nichtkatholische Gemeinschaften "Mittel des Heiles" sein. Wenn also auch Irrlehren "gleich gültig" sein können, um das Heil zu erlangen, dann ist es zwangsläufig gleichgültig, ob man katholisch ist, ob man die Ehe für ein Sakrament hält, ob man an die Notwendigkeit - oder auch Möglichkeit - eines Lebens in der heiligmachenden Gnade glaubt, usw. usf. Was ist "Todsünde"? Gibt es ein "Beichtsakrament"? Wenn ja, wann ist eine sakramentale Lossprechung von Sünden notwendig? Was sind dann die Voraussetzungen für eine gültige Absolution? Das ganze Chaos der Verwahrlosung ist ausdrückliches, konstitutives Element des V2-Originaltextes. Dass in den 60-er Jahren im weltlichen Bereich sexuelle Freizügigkeit propagiert wurde, mag auch daran liegen, dass Katholiken der "geänderten", d.h. häretischen, nichtkatholischen Theologie folgten, ja sich gedrängt fühlten, dieser Theologie zu "gehorchen" und nun "lieber vom Heilmittel der Barmherzigkeit als von der Strenge Gebrauch" zu machen. Konkret: Auch Unzucht wird nicht "mit größter Schärfe verurteilt", sondern geduldet resp. gefördert.
Selbst wenn die damalige sexuelle Freizügigkeit eine rein nichtkatholische Angelegenheit gewesen sein sollte: Es war eben keinerlei Schutz mehr vor Verwahrlosung gegeben. Die Katholiken sollten "Barmherzigkeit" zeigen, und in den Priesterseminaren sollte "Barmherzigkeit" herrschen. Der "Nebel" der Irrtümer, von dem Roncalli sprach, wurde dann von seinem direkten Nachfolger Giovanni Battista Montini, vulgo "Papst Paul VI.", erklärt zum "Rauch des Satans", der in die Kirche eingedrungen sein soll. Zugegeben: Der "Rauch des Satans" kann nicht in die Kirche eindringen, denn diese ist ja heilig. Aber in der V2-Gruppe ist dieser "Rauch" wesensmäßig. Und Montini unternahm nichts gegen diesen "Rauch", sondern förderte ihn tatkräftig, z.B. mit dem "Novus Ordo": Die sog. "neue Messe" ist bereits in ihrer Vorlage ein sakramental ungültiges, antichristliches Spektakel. Das wurde sofort geahnt (cf. "Ottaviani-Intervention") und in weiteren Studien genauer dargelegt. Die heute üblichen Theater-Messen, Rock-Messen, Karnevals-Messen, Biker-Messen usw. usf. sind offene Verspottungen des Messopfers, d.h. des Kreuzesopfers Christi. Wohl die meisten neutigen V2-"Katholiken" denken bei der "Messe" nur noch an eine bloße Mahlfeier, an ein gemeinschaftliches Happening.
Ratzinger beklagt dann einige der unzähligen permanenten "Einzelfälle" an Missständen, aus denen die V2-Gruppe wesensmäßig besteht. Entscheidend ist: Die "Kirchenleitung" wusste und unterstützte zu jeder Zeit, dass es in ihrem Verein ausschließlich solche "Einzelfälle" gab, ob nun "Kölner Erklärung" oder Pornos im Priesterseminar. Und sie tat - nichts! Stattdessen: "Barmherzigkeit"!
Ein persönlicher Einschub: Genau in dieser Zeit der "Kölner Erklärung" begann ich als "Priesteramtskandidat" im "Bistum Essen" mein "Studium katholische Theologie" (1987). Bereits nach einigen Monaten sah ich keine Möglichkeit mehr, mich mit den unendlichen Häresien abzufinden, geschweige denn, diese in den Prüfungen zu wiederholen. Es begann eine unglaubliche Odyssee durch Europa. Ihre letzte Etappe war das "Bistum Chur", wo ich 1993 - infolge meines Briefwechsels mit dem damaligen "Glaubenspräfekten" Joseph Ratzinger persönlich - als "Priesterkandidat" anfing und 1995 mein "Diplom katholische Theologie" machte. Kurz vor Studienabschluss war ich "Sedisvakantist" geworden, und am 03.02.1996 wurde ich von dem "sedisvakantistischen" Bischof Georg Schmitz zum Priester geweiht. Soweit der persönliche Exkurs. Um Missverständnissen vorzubeugen: Momentan, in der V2-Ära, ist zwar jeder Katholik "Sedisvakantist". Aber die allermeisten Sedisvakantisten sind Nichtkatholiken, denn sie missbrauchen die derzeitige Sedisvakanz, um straflos Irrlehren zu verbreiten. Die Kirche ist einig, heilig, katholisch und apostolisch - wo diese Kennzeichen fehlen, ist nicht die katholische Kirche.
Abschließend: Über die Häresien des derzeitigen sichtbaren V2-Oberhauptes Jorge Bergoglio, vulgo "Papst Franziskus", sind mittlerweile unzählige Texte zu finden - sogar V2-intern: cf. die "Correctio filialis" von 2017.
"Danke, Heiliger Vater"?

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