Hannes Jaenicke im Interview zu dem ZDF-Fernsehfilm "Die Minensucherin"
Kategorie: Medien » Fernsehen

Hannes Jaenicke im Interview zu dem ZDF-Fernsehfilm "Die Minensucherin"

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Am Montag, den 04. April 2011, zeigt das ZDF als Fernsehfilm der Woche, das bewegende Drama
"Die Minensucherin" mit Christine Neubauer und Hannes Jaenicke in den Hauptrollen. Der Film, der in enger Zusammenarbeit mit der Organisation "Menschen gegen Minen e.V." entstanden ist, erzählt von den Menschen in Angola die sich für die Beseitigung von "Landminen" einsetzten

Von Daniela Decker

"Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich
seine Opfer".(Martin Kessel)

Angola ist ein Land mit riesigen Bodenschätzen wie Öl, Diamanten, Kupfer und Eisen und könnte dadurch eines der reichsten Länder Afrikas sein. Dennoch zählt Angola zu einem der ärmsten der Welt, denn bis heute ist das Land bestimmt von Krieg, Flucht und Krankheit. Denn bis heute behindern die vergrabenen Landminen die Entwicklung des Landes. Bisher wurden nach Schätzungen etwa 100.000 Menschen durch Landminen tödlich oder schwer verletzt, bei denen Amputationen meist die Folge sind. Jedes dritte Minenopfer ist ein Kind.

Der Film "Die Minensucherin" will nicht nur die Problematik von Antipersonenminen aufgreifen, sondern will auch zeigen, wie hoch die mentalen und körperlichen Anforderungen der Minenräumorganisationen ist. Minenräumer in Angola, Kambodscha oder Afghanistan arbeiten jeden Tag in dem Bewusstein, dass ein falscher Schritt, Handgriff oder eine Unachtsamkeit für sie selber schreckliche Folgen haben kann.



Hannes Jaenicke, der im Film den Minenräum-Ausbilder "Mike Mason" spielt, im Interview
zum Film. Das Interview führte Daniela Decker


D.D: Herr Jaenicke, nach welchen Kriterien entscheiden Sie, bei welchem Film Sie
mitspielen - was ist Ihnen wichtig?

Hannes Jaenicke: "Bei diesem Thema war es echt einfach, da es sich um ein Thema handelt, was mich selber sehr interessiert. Ich muss aber gestehen, dass ich nach dem Tod von Lady Diana zur Problematik nichts mehr darüber gelesen habe, und mich nicht mehr damit beschäftigt habe. Ich hatte keine Ahnung, dass bis heute nach Schätzungen noch immer ca. 3 Millionen Minen in Angola vergraben sind. Alleine diese Vorstellung, dass in jedem Acker, jeder Straße oder hinter jedem Haus eine Mine liegen könnte, ist unvorstellbar. Daher freue ich mich sehr, dass das ZDF den Mut bewiesen hat, dieses so wichtige Thema wieder in die Medien zu bringen".

D.D.: Glauben Sie, dass dieser Film die Menschen erneut für dieses Thema sensibilisieren kann, und gleichzeitig für Aufmerksamkeit sorgen wird?

Hannes Jaenicke: "Es heißt ja immer das Fernsehen verliert an Einfluss, aber noch sind wir das
´Mächtigste Medium´ und ich glaube, dass man mit Fernsehen echt noch etwas bewegen kann".

D.D.: Als Sie das Drehbuch "Die Minensucherin" das erste Mal gelesen haben, was war ihr Eindruck?

Hannes Jaenicke: "Tolles Thema, sehr gute Rolle und sehr mutig von einem ´Sender´, solch ein heikles Thema wie Landminen, die täglich immer noch Menschen umbringen oder verkrüppeln, aufzugreifen. Zudem reizte mich die Zusammenarbeit mit Marcus O. Rosenmüller, dem Regisseur des Films".

D.D.: Der Film zeigt in einigen Szenen, die sehr realistische Räumung beziehungsweise Entschärfung der Minen. Wie haben Sie sich auf die Dreharbeiten vorbereitet?

Hannes Jaenicke: "Uns stand ein Minensucher und Ausbilder zur Seite, der aus England stammt und der trotz einiger schwerer Verletzungen durch seinen Beruf, seit 20 Jahren Minen entschärft. Es hat uns sehr beeindruckt aber auch erschüttert, als er uns von seinen Einsätzen in Afghanistan oder eben in Angola berichtete. Ohne seine Hilfe wäre der Film in dieser authentischen Form nicht möglich gewesen".

D.D.: Die Tatsache, dass beispielsweise die USA, China oder Russland den Vertrag gegen das Einsetzten von Anti-Personen Minen bis heute nicht unterschrieben haben, ist absolut unverständlich. Wie denken Sie darüber?

Hannes Jaenicke: "Aus den Fehlern der Vergangenheit hat der Mensch nichts gelernt. Warum wird die Rüstungsindustrie nicht ganz anders reglementiert, das muss mir jemand mal erklären. Unser ganzes politisches System muss sich ändern, ansonsten wird sich auf der Welt nichts ändern. Dies gilt nicht nur für die Landminen, sondern für alle Probleme auf der Welt, siehe Japan, Libyen etc".

D.D.: Das ZDF zeigt den Film am 04. April 2011 - den weltweiten "Anti-Minen-Tag" der UNO.

Hannes Jaenicke: "Es ist sehr klug vom ZDF, den Film genau an diesem Tag zu senden, denn dadurch wird das Problem ´Landminen´ in den Vordergrund gestellt und veranlasst die Menschen hoffentlich, über dieses spezielle Thema zu diskutieren".




"Die Minensucherin" - Der Fernsehfilm der Woche im ZDF
Montag, den 04. April 2011 um 20.15 Uhr




Foto: (l.) Hannes Jaenicke im Interview mit Daniela Decker (c)Annette Quast
          (r.) Christine Neubauer in der Rolle der "Nina Schneider" als Minensucherin (c)ZDF

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